Spanien plant das Ende der 40-Stunden-Woche

Spaniens Regierung hat am Dienstag den ersten legislativen Schritt unternommen, die Wochenarbeitszeit von 40 auf 37,5 Stunden ohne Lohnverlust zu senken. Während Gewerkschaften an Bord sind, sieht es bei den wichtigsten Arbeitgeberverbänden des Landes anders aus. 

EURACTIV.es
Pedro Sanchez Holds A Meeting With Social Agents For Dana
„Heute ist ein Tag, an dem es sich lohnt, Teil der spanischen Regierung zu sein. Es ist ein historischer Tag“, kommentierte Arbeitsministerin Yolanda Díaz (Bild L.). [Mateo Lanzuela/Europa Press via Getty Images]

Spaniens Regierung hat am Dienstag den ersten legislativen Schritt unternommen, die Wochenarbeitszeit von 40 auf 37,5 Stunden ohne Lohnverlust zu senken. Während Gewerkschaften an Bord sind, sieht es bei den wichtigsten Arbeitgeberverbänden des Landes anders aus. 

Madrid – Das Gesetzesvorhaben wurde von den führenden Gewerkschaften Comisiones Obreras (CC.OO) und Unión General de Trabajadores (UGT) als historische Maßnahme bezeichnet – und wurde vom spanischen Ministerrat verabschiedet. Die Regierung von Pedro Sánchez begrüßte diesen Schritt.

Laut Gewerkschaftsangaben könnten potenziell 12 Millionen Arbeitnehmende – viele davon Frauen – davon profitieren.

„Heute ist ein Tag, an dem es sich lohnt, Teil der spanischen Regierung zu sein. Es ist ein historischer Tag“, sagte Arbeitsministerin Yolanda Díaz.

„Es handelt sich nicht nur um eine weitere wirtschaftliche Variable, sondern um ein nationales Projekt und eine Maßnahme zur Modernisierung Spaniens“, fügte sie hinzu und betonte, dass dies die erste Arbeitszeitverkürzung in Spanien seit 40 Jahren sei.

Unterdessen lehnte der wichtigste Arbeitgeberverband des Landes, Confederación Española de Organizaciones Empresariales (CEOE), den Gesetzentwurf ab und forderte eine „schrittweise“ Reduzierung der Arbeitszeit durch Tarifverhandlungen, berichtete RTVE.

Nach Schätzungen der CEOE wird die Arbeitszeitverkürzung Gesamtkosten von 21 bis 24 Milliarden Euro verursachen. Pro Arbeitnehmer entspräche das rund 2.000 Euro an Sozialabgaben und Lohnkosten. Laut der Organisation beträfe das vor allem kleine Unternehmen und Selbstständige.

Die Regierung argumentiert, dass vor allem Arbeitnehmende profitieren würden, die nicht durch Tarifverträge geschützt sind und für die ein Arbeitstag gelten könnte, der dem der letzten 40 Jahre gleicht.

Das ist besonders in einigen Regionen des Landes verbreitet und betrifft hauptsächlich den Handel, den Dienstleistungssektor, das Gastgewerbe und das Handwerk.

Das Gesetzesvorhaben wird nun ins Parlament eingebracht. Dort muss die Regierung Sánchez die für eine Verabschiedung notwendige Unterstützung sichern – eine nicht ganz einfache Aufgabe.

Die progressive Regierung sei zuversichtlich, dass der Gesetzentwurf „Ende Februar oder Anfang März“ im Parlament eingebracht werde, sagte der Staatssekretär für Beschäftigung, Joaquín Pérez Rey, am Dienstag.