Spaniens historische Dürre: Notfallmaßnahmen sollen kommen
Die Regierung wird dringende Maßnahmen beschließen, um die schwerwiegenden wirtschaftlichen Auswirkungen der historischen Dürre im Land zu mildern. Das bestätigte die spanische Ministerin für den ökologischen Wandel, Teresa Ribera, vor einer außerordentlichen Regierungssitzung am Donnerstag.
Die Regierung wird dringende Maßnahmen beschließen, um die schwerwiegenden wirtschaftlichen Auswirkungen der historischen Dürre im Land zu mildern. Wasserspeicher sind bereits jetzt nur zur Hälfte voll.
Der Ministerrat wird sich in einer Sondersitzung der Regierung mit dem außerordentlichen Paket befassen und es verabschieden.
Nach dem Plan der Regierung muss die Wasserversorgung in allen spanischen Städten und für die Landwirte sichergestellt werden, falls die ungünstigen Wetterbedingungen in diesem Sommer anhalten.
Die Reservoirs in Spanien sind derzeit zu 49,6 Prozent ausgelastet – ein ähnlicher Wert wie im gleichen Zeitraum im Jahr 2022, aber weit unter dem Durchschnitt von 68,7 Prozent im letzten Jahrzehnt.
Seit 1961 hat Spanien bis zu sieben größere Wasserknappheiten erlebt, berichtete der spanische Wetterdienst AEMET.
In letzter Zeit hat die extreme Trockenheit jedoch Ausmaße erreicht, die seit den 1960er Jahren nicht mehr zu beobachten waren.
Dieses Thema wurde auf EU-Ebene durch die sogenannte „Doñana-Krise“ in den Vordergrund gerückt und steht nun im Mittelpunkt des politischen Wahlkampfes im Vorfeld der Regionalwahlen Ende des Monats.
In ihrer Ankündigung erinnerte Ribera (PSOE) an die Maßnahmen des letzten Jahres zur Sicherung der Wasserversorgung in den Städten und zur Unterstützung der Landwirte und betonte die Bedeutung des dritten Zyklus der hydrologischen Pläne zur Bewältigung der extremen Trockenheit in Spanien.
Es sei notwendig, Maßnahmen zu antizipieren und zu verstehen, welche Auswirkungen die saisonalen Wettervorhersagen auf die Wasserverfügbarkeit in den kommenden Monaten haben könnten, so Teresa Ribera, die zuständige Ministerin.
Sie wies auf die Notwendigkeit hin, vorbereitet zu sein, falls ein frühzeitiges Handeln erforderlich sei.
Klimawandel und Wahlen: ein gefährlicher „Mix“
Nach Ansicht der Mitte-Rechts-Partei Partido Popular (PP/EPP) ist die Sondersitzung der Regierung jedoch „politisch motiviert.“
Nach Ansicht der PP muss die Regierung „Wahlkampf und Wahlkampfstrategie“ beiseite lassen. Ihr allgemeiner Koordinator, Elías Bendodo, forderte, dass die neuen Maßnahmen mit den betroffenen Regionen vereinbart und nicht von Madrid „diktiert“ werden.
„Wir sehen in dieser Woche, dass jede Ankündigung von (Premierminister Pedro) Sánchez mit dem Versuch verbunden ist, eine Handvoll Stimmen zu gewinnen und nicht mit der Lösung der Probleme der spanischen Bevölkerung. Die Dürre ist in der Tat eines der vorrangigen Themen der nationalen Regierung und der Regionen“, sagte er.
In Spanien finden am 28. Mai Regional- und Kommunalwahlen statt. Die Parlamentswahlen werden voraussichtlich im Dezember abgehalten, im letzten Monat der spanischen EU-Ratspräsidentschaft