Spanische Fischereibranche wehrt sich erneut gegen EU-Einschränkungen

Die Veröffentlichung eines EU-Berichts über die sozioökonomischen Folgen von Beschränkungen der Fischerei hat die Debatte über das Verbot von Grundfanggeräten in 87 Gebieten des Nordatlantiks wieder aufleben lassen.

EFEAgro
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Der Wissenschafts- und Wirtschaftsausschuss für Fischerei (STECF) der EU hat einen lang erwarteten Bericht über die Auswirkungen der Beschränkungen veröffentlicht, in dem anerkannt wird, dass die spanische Fischereiflotte mit Verlusten von bis zu 16 Millionen Euro pro Jahr am meisten gelitten hat. [Gena Melendrez/Shutterstock]

Die Veröffentlichung eines EU-Berichts über die sozioökonomischen Folgen von Beschränkungen der Fischerei hat die Debatte über das Verbot von Grundfanggeräten in 87 Gebieten des Nordatlantiks wieder aufleben lassen.

In seinem Bericht über die Auswirkungen des teilweisen Verbots der Grundschleppnetz-Fischerei kommt der Wissenschafts- und Wirtschaftsausschuss für Fischerei (STECF) der EU zu dem Ergebnis, dass die spanische Fischereiflotte mit Verlusten von bis zu 16 Millionen Euro pro Jahr am meisten unter den Beschränkungen gelitten hat.

Vertreter der spanischen Fischereibranche erklärten gegenüber EFEAgro, der Bericht bekräftige ihre Position, da der Ausschuss anerkenne, dass die aktuelle Datenlage unzureichend sei. Darüber hinaus liefere der Bericht angesichts des laufenden Rechtsstreits der spanischen Regierung gegen das Verbot in Teilen des Nordatlantiks vor dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) Argumente.

Sollte die Europäische Kommission reagieren und Änderungen an den Beschränkungen vornehmen, dürften diese voraussichtlich nicht vor 2024 in Kraft treten.

Geltungsbereich der Beschränkungen

Im September 2022 hatte die Europäische Kommission das Verbot von Grundfanggeräten in 87 Gebieten im Nordostatlantik in Tiefen von mehr als 400 Metern verabschiedet. Nach Angaben des STECF – einem der beratenden Ausschüsse der Kommission – sind diese Gebiete als „empfindliche marine Ökosysteme“ einzustufen.

In irischen Gewässern und in den iberischen Gewässern des Kantabrischen Meeres wurden Gebiete festgelegt, in denen Grundfanggeräte eingesetzt werden dürfen, zum Beispiel für den Seehechtfang.

Gegenwärtig sind 59 spanische Betriebe, die in der gegen mit Grundschleppnetzen fischen, direkt betroffen.

Die Fischereiindustrie schätzte die Zahl der betroffenen Schiffe zunächst auf 500. Die Europäische Kommission präzisierte die Schätzung jedoch und korrigierte die Zahl der von der Regierung geschätzten Schiffe nach unten. Unberührt davon bleibt die Tatsache, dass auch in den Sperrgebieten oberhalb von 400 Metern mit Schleppnetzen gefischt werden darf.

Der STECF, der verschiedene Hochrechnungen zwischen den Jahreszeiträumen und mit unterschiedlichen Szenarien vorgenommen hat, kommt zu dem Schluss, dass die spanische Fischereiflotte „bei weitem am stärksten betroffen ist.“

So stellt der Ausschuss fest, dass die geschätzten durchschnittlichen Auswirkungen pro Jahr zwischen 13,3 Millionen und 16,6 Millionen Euro pro Jahr liegen dürften.

Branchenvertreter haben jedoch einen anderen Aspekt besonders begrüßt: So weist der Bericht darauf hin, dass die Datenlage zum Thema begrenzt sei und so der Nutzen der Beschränkungen nicht mit Sicherheit beurteilt werden könne.

Im April hatte der Internationale Rat für Meeresforschung (ICES) dagegen einen wissenschaftlichen Bericht veröffentlicht, der sich für die Beibehaltung der Sperrgebiete aussprach.

Einfluss auf den EuGH?

Die spanische Regierung hat die Beschränkungen vor dem EuGH angefochten, ebenso wie die Organisation der Fischereierzeuger von Burela (OPP 7) in Lugo.

Der Geschäftsführer der OPP 7, Sergio López, erklärte, der STECF-Bericht bekräftige das Argument der „Unverhältnismäßigkeit“ der Entscheidung. „Er zeigt, dass wir recht haben und dass es sich um einen großen Fehler handelt“, fügte er hinzu, auch wenn die Lösung des gerichtlichen Konflikts Zeit in Anspruch nehmen werde.

Der Präsident der European Bottom Fishing Alliance (EBFA), Iván López, betont ebenfalls, dass der sozioökonomische Bericht bestätige, dass „wir immer mehr Wissenschaftler hören, die über den Mangel an Daten sprechen“, was zeige, dass die Europäische Kommission handle, „ohne sich ihrer Entscheidungen sicher zu sein.“