Spanischer Transportsektor wirft Frankreich willkürliche Grenzschließung vor

Nachdem der Grenzübergang zwischen Frankreich und Spanien aufgrund von Waldbränden geschlossen werden musste, schlug der Präsident des spanischen Transportsektors harte Töne an und warf Frankreich vor "einmal wieder" spanische Exporte zu untergraben.

Euractiv.de
France closes the border to trucks due to a fire in the Landes
Stau am Grenzübergang Biriatou zwischen Spanien und Frankreich in Irun, Baskenland.  [EPA-EFE/Javier Etxezarreta]
Nachdem der Grenzübergang zwischen Frankreich und Spanien aufgrund von Waldbränden geschlossen werden musste, schlug der Präsident des spanischen Transportsektors harte Töne an und warf Frankreich vor „einmal wieder“ spanische Exporte zu untergraben.
Seit Dienstag (9. August) wütet in den französischen Départements La Gironde und Landes – aufgrund der Hitzewelle und der Rekorddürre ein Großwaldbrand. Bereits mehr als 10.000 Hektar wurden niedergebrannt und über 10.000 Einwohner mussten evakuiert werden.

In Reaktion auf den Waldbrand beschlossen die französischen Grenzbehörden den nördlichen Grenzübergang nach Spanien bei Biriatou für mehrere Stunden für über 7.5 Tonnen schwere Fahrzeuge zu sperren, was zu Staus von bis zu sieben Kilometern führte.

Der Generalsekretär des spanischen Arbeitgeberverbandes des Verkehrssektors (Fenadismer), Juan José Gil, ging daraufhin in die Offensive über und beschuldigte Frankreich, den Waldbrand nur als Vorwand vorzuschieben.

„Jeder Vorwand, sei er politisch, religiös oder terroristisch, reicht Frankreich aus, um die Grenze bei Irún zu schließen, und darüber haben wir uns sowohl bei den spanischen als auch bei den europäischen Behörden beschwert, da es sich um eine strategische Grenze für spanische Exporte handelt“, sagte er gegenüber dem staatlichen Rundfunk RTVE.

Frankreich sucht „jeden Vorwand, um die Grenze zu schließen, daran sind wir gewöhnt“, fügte er hinzu.

Gil wies zudem darauf hin, dass der Waldbrand über 200 Kilometer vom Grenzübergang entfernt wütet. Die französischen Behörden hätten auf „willkürliche“ Art und Weise die Grenze kurzfristig in der Nacht geöffnet, genau als die Löschteams nicht arbeiten konnten, um sie dann am Morgen wieder zu schließen, so Gil.

Seiner Meinung nach würden die französischen Behörden keine Alternativen bieten, außer die Pyrenäen zu umgehen und sich über den Grenzübergang von La Junquera nach Frankreich zu begeben – eine zusätzliche Strecke von etwa 900 Km, mit den damit verbundenen zusätzlichen Benzinkosten und der verlorenen Arbeitszeit der LKW-Fahrer.

Von der französischen Seite wiederum heißt es, die Windrichtung bestimme, ob die Grenze erneut geschlossen werden muss oder nicht.

Laut dem Arbeitgeberverband der LKW-Fahrer belaufe sich die Anzahl der von der Maßnahme betroffenen LKWs auf rund 10.000.