Strommarkt: Verbraucher verschenken 13 Milliarden Euro
Ahnungslosigkeit prägt den europäischen Strommarkt. 41 Prozent der Verbraucher wissen nicht, ob es für sie einen billigeren Tarif gibt. Nur 32 Prozent haben überhaupt schon Angebote verglichen. Die Kommission will den Anbieterwechsel nun vorantreiben.
Ahnungslosigkeit prägt den europäischen Strommarkt. 41 Prozent der Verbraucher wissen nicht, ob es für sie einen billigeren Tarif gibt. Nur 32 Prozent haben überhaupt schon Angebote verglichen. Die Kommission will den Anbieterwechsel nun vorantreiben.
100 Euro im Jahr könnte jeder Verbraucher durch einen Wechsel zum billigsten Stromanbieter sparen, so das Ergebnis einer heute veröffentlichten Studie der EU-Kommission über die Privatkundenstrommärkte. EU-weit wären Einsparungen von 13 Milliarden Euro möglich. "Die Marktliberalisierung bietet den Verbrauchern immense neue Möglichkeiten", kommentierte EU-Verbraucherkommissar John Dalli. "Dies gilt für die verschiedensten Aspekte wie Preise, Produktauswahl, Innovation und Dienstleistungsqualität."
EU-Energiekommissar Günther Oettinger sagte: "Die bereits im dritten Energiepaket vorgesehenen Maßnahmen müssen nun in die Praxis umgesetzt werden und sollten sich darauf konzentrieren, den Anbieterwechsel zu erleichtern, die Bearbeitung von Beschwerden und die Beseitigung von Mängeln zu verbessern und die Verbraucher besser zu informieren."
Der Untersuchung zufolge scheuen die meisten Stromkunden den Anbieterwechsel, weil sie sich nicht gut genug informiert fühlen. Nur ein Drittel (32 Prozent) der EU-Verbraucher hat Angebote miteinander verglichen, fast die Hälfte (47 Prozent) weiß nicht, wie hoch der eigene Stromverbrauch ist. 41 Prozent wissen nicht, ob es für sie einen billigeren Tarif gibt.
Die Kommission will mit einem Maßnahmenpaket effezientere Beschwerdeverfahren und mehr Klarheit bei den Abrechnungen erreichen. Die nationalen Regulierungsbehörden sollen Leitlinien ausarbeiten, die Verbraucher den Preisvergleich und den Anbieterwechsel erleichtern. Die Vorschläge sollen in die Schlussfolgerungen der Tagung des Rates der Energieminister am 3. Dezember einfließen.
awr
Links
EU-Kommission: Übersicht zum Strommarkt
EU-Kommission: Studie zu den Strommärkten. Pressemitteilung (15. November 2010)
EU-Kommission: Studie zu den Strommärkten