Südkorea hat wohl "gebrauchte" Ausrüstung an Polen verkauft
Laut dem Portal WNP.pl hat Polen im Rahmen der Modernisierung des Militärs gebrauchte Fahrzeuge im Wert von 2,24 Milliarden Euro gekauft. Ein großer Anteil kommt dabei aus Südkorea.
Warschau bestellte 189 K2-Panzer und 212 K9-Haubitzen. Das polnische Militär kaufte außerdem 18 selbstfahrende Raketenartilleriegeschütze K239 Chunmoo und 48 Kampftrainingsflugzeuge FA-50.
„Das Gesamtpaket der K2-Panzer beläuft sich auf 3,14 Milliarden Euro, das der K9-Haubitzen auf 2,24 Milliarden Euro“, sagte Verteidigungsminister Mariusz Blaszczak über die polnischen Käufe in Seoul im vergangenen Jahr.
Letztlich stellte sich allerdings heraus, dass Polen gebrauchte Ausrüstung aus Südkorea erhielten. WNP.pl wies auch auf andere Ungenauigkeiten in Bezug auf die gekaufte militärische Ausrüstung hin.
„Militäranalysten bestätigen auch eine Reihe von Unklarheiten bezüglich der Zielkonfiguration der Ausrüstung, die an die polnischen Soldaten gehen wird. Die Informationen darüber, was wir kaufen wollten, änderten sich schnell“, heißt es.
Ausrüstung, die so schnell geliefert wird könne kaum neue sein, so die Investigativjournalisten.
„Es ist schwierig, in so kurzer Zeit neue Ausrüstung zu beschaffen, nur drei Monate, um einen Liefervertrag abzuschließen“.
Alle Haubitzen, die aus Südkorea nach Polen kamen, wurden zwischen 2008 und 2010 hergestellt und in gewissem Umfang vom südkoreanischen Militär genutzt.
Das Portal weist darauf hin, dass die Maschinen in den Bereichen, in denen dies notwendig war, einer obligatorischen Wartung und Überholung unterzogen werden mussten, bevor sie nach Polen gelangten.
Auch das „Verfallsdatum“ der südkoreanischen Kampffahrzeuge wurde neu definiert – ihre Ressourcen wurden zurückgesetzt, das heißt, es wurde eine neue sichere Nutzungsdauer festgelegt.
Polen und Südkorea haben sich in letzter Zeit einander angenähert und ihre wirtschaftliche und militärische Zusammenarbeit verstärkt, was durch die umfangreichen Einkäufe Polens in Südkorea unterstrichen wird.
Gleichzeitig war Polens Einkauf von südkoreanischer Ausrüstung auch eine verhüllte Kampfansage an Deutschland und Frankreich, deren jeweiligen Rüstungsunternehmen wohl ebenfalls gerne geliefert hätten.