Ukraine: Evakuierung von umkämpfter Stadt Debalzewe beginnt
Zur Evakuierung der Bewohner ist in der umkämpften ostukrainischen Stadt Debalzewe ein humanitärer Korridor eingerichtet worden. Es herrscht vorübergehender Waffenstillstand. Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident François Hollande sind unterdessen auf dem Weg nach Moskau.
Zur Evakuierung der Bewohner ist in der umkämpften ostukrainischen Stadt Debalzewe ein humanitärer Korridor eingerichtet worden. Es herrscht vorübergehender Waffenstillstand. Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident François Hollande sind unterdessen auf dem Weg nach Moskau.
In der Ostukraine wird Augenzeugen zufolge die Evakuierung der umkämpften Ortschaft Debalzewe vorbereitet.
Demnach rollten von zwei Seiten aus Buskonvois auf die Stadt im Osten des Landes zu. Regierungstruppen und Rebellen vor Ort schienen sich auf eine Waffenruhe verständigt zu haben, um Zivilisten in Sicherheit bringen zu lassen. Reuters-Reporter berichteten, Separatisten und OSZE-Beobachter begleiteten rund 30 leere Busse, die sich von Westen aus nach Debalzewe auf den Weg machten. Eine ähnliche Kolonne fuhr demnach unter der Eskorte ukrainischer Regierungssoldaten von Osten her auf den Ort zu, der wegen seiner strategischen Bedeutung als Verkehrsknotenpunkt seit Wochen umkämpft ist.
Nach Angaben der Rebellen trat am Morgen ein vorübergehender Waffenstillstand in Kraft, der Augenzeugen zufolge zunächst auch eingehalten wurde. Das ukrainische Militär bestätigte jedoch nicht, dass es eine offizielle Verabredung gebe.
Dem Zivilschutz zufolge wurden bereits am Donnerstag fast 400 Menschen aus Kampfzonen in den Gebieten Donezk und Luhansk fortgebracht.
Die Evakuierung von Debalzewe nahe Donezk begann wenige Stunden vor einem Besuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident Francois Hollande in Moskau. Sie wollen in einem Gespräch mit Präsident Wladimir Putin sondieren, ob ein neuer Friedensprozess angestoßen werden kann. Am Donnerstag waren sie bereits überraschend zu einer Unterredung mit dem ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko nach Kiew gereist.
Der Ukraine-Konflikt hat mehr als 5.000 Menschen das Leben gekostet und die schwerste Krise zwischen Russland und dem Westen seit dem Ende des Kalten Krieges ausgelöst.