Umfrage: Mehrheit in Polen hat Angst vor Einwanderung

Mehr als die Hälfte der Polen zeigen sich besorgt über wachsende Zuwanderung ins Land, wie eine aktuelle Umfrage zeigt. Besonders einwanderungsskeptisch sind dabei Männer und Anhänger des konservativen Regierungslagers.

EURACTIV.pl
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Polen und Ungarn sind die einzigen beiden EU-Länder, die sich gegen die im letzten Monat im Rat vereinbarte vorläufige Umsiedlungsregelung wehren. Sie lehnen die Regel der obligatorischen Solidarität ab, die sie für ein erzwungenes „Umsiedeln-oder-zahlen"-System halten. [Shutterstock/vchal]

Mehr als die Hälfte der Polen zeigen sich besorgt über wachsende Zuwanderung ins Land, wie eine aktuelle Umfrage zeigt. Besonders einwanderungsskeptisch sind dabei Männer und Anhänger des konservativen Regierungslagers.

Polen und Ungarn sind die einzigen beiden EU-Länder, die sich gegen den im vergangenen Monat im Rat vereinbarte EU-Asylkompromiss aussprechen, demzufolge die Mitgliedstaaten entweder Flüchtlinge aus Erstaufnahmeländern wie Italien oder Griechenland aufnehmen oder eine Geldsumme zahlen müssen.

Laut der Umfrage des IBRiS-Instituts für den Sender Radio Zet sind auch in der Bevölkerung 53,1 Prozent der Polen besorgt über die zunehmende Migration nach Polen.

Von 45,1 Prozent der Befragten werden solche Bedenken nicht geteilt, wobei 27,3 Prozent angaben, sie hätten „auf keinen Fall“ Angst vor Migranten.

Zu denjenigen, die am stärksten besorgt sind, gehören männliche Wähler sowie solche der regierenden konservativen Partei Recht und Gerechtigkeit (PiS). Diese Partei stellt seit langem die Migration aus dem Nahen Osten und Afrika als eine der größten Bedrohungen für die Sicherheit Polens dar.

Die Angst vor Migranten aus kulturell und ethnisch weit entfernten Ländern wird von 83 Prozent der befragten PiS-Wähler (59 Prozent der Männer, 50 Prozent der Frauen) geteilt, verglichen mit 35 Prozent der Oppositionswähler.

Vor den anstehenden Parlamentswahlen in Polen setzen nicht nur die PiS und ihr Junior-Koalitionspartner, die Partei Souveränes Polen, sondern auch die oppositionelle zentrumsliberale Bürgerplattform (PO) in ihrem Wahlkampf auf eine einwanderungsfeindliche Rhetorik.

Anfang des Monats sorgte der PO-Vorsitzende Donald Tusk für Empörung bei anderen Oppositionsparteien, als er ein Video twitterte, in dem er die PIS-Regierung dafür kritisierte, dass sie Tausende von Migranten „aus islamischen Ländern“ ins Land gelassen habe.

Letzte Woche kündigte Premierminister Mateusz Morawiecki ein Referendum über die Teilnahme des Landes am EU-Migrationsprogramm an. Die Abstimmung wird wahrscheinlich parallel zu den Parlamentswahlen im Oktober oder Anfang November stattfinden.

Laut der neuesten Umfrage hat die PiS mit 34,5 Prozent der Stimmen die besten Aussichten, sich eine dritte Amtszeit in Folge zu sichern. Tusks PO liegt mit 30,6 Prozent an zweiter Stelle.