UN: Deutschland verzeichnet weltweit die meisten Asylbewerber
Die Industriestaaten haben im vergangenen Jahr nach Angaben des Flüchtlingshilfswerks der Vereinten Nationen (UNHCR) die höchste Zahl von Asylanträgen seit 22 Jahren verzeichnet. Von den insgesamt etwa 866.000 Erstanträgen auf Asyl seien die meisten in Deutschland registriert worden, teilte die UN-Behörde am Donnerstag in Genf mit.
Die Industriestaaten haben im vergangenen Jahr nach Angaben des Flüchtlingshilfswerks der Vereinten Nationen (UNHCR) die höchste Zahl von Asylanträgen seit 22 Jahren verzeichnet. Von den insgesamt etwa 866.000 Erstanträgen auf Asyl seien die meisten in Deutschland registriert worden, teilte die UN-Behörde am Donnerstag in Genf mit.
Mit 173.000 Erstanträgen sei rund ein Fünftel auf Deutschland entfallen. Die Zahl der Asylanträge in den Industriestaaten sei im Vergleich zum Vorjahr um 45 Prozent gestiegen. Die Gründe dafür seien die Kriege in Syrien und im Irak wie auch andere bewaffnete Konflikte, Menschenrechtsverletzungen und sich verschlechternde Sicherheits- und humanitäre Bedingungen in vielen Staaten.
Im Verhältnis zur Einwohnerzahl sei Schweden das Land mit den meisten Asylbewerbern, gefolgt von Malta, Luxemburg, der Schweiz und Montenegro. Die Skandinavier hätten im Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre 24,4 Asylsuchende pro 1.000 Einwohner verzeichnet, teilte das UN-Hilfswerk mit. Die Asylsuchenden seien nur ein kleiner Teil der Flüchtlinge. Ende 2013 seien 51,2 Millionen Menschen aufgrund von Krieg, Gewalt, Verfolgung und Menschenrechtsverletzungen auf der Flucht gewesen. Davon seien 33,3 Millionen Vertriebene innerhalb ihres Landes.
Unterdessen hat die EU fast 356 Millionen Euro bereitgestellt, um Deutschland in den kommenden Jahren in der Flüchtlings- und Asylpolitik sowie bei der Grenzsicherung zu unterstützen. 221,4 Millionen Euro kommen aus dem europäischen Asyl-, Migrations- und Integrationsfonds (AMIF), wie EU-Innenkommissar Dimitris Avramopoulos am Mittwoch mitteilte. Weitere 134,4 Millionen Euro stammen aus dem Fonds für die innere Sicherheit (ISF), über den unter anderem die Grenzkontrolle über den Einsatz moderner Technologien verbessert werden soll.
Insgesamt genehmigte die Kommission am Mittwoch 22 nationale Mehrjahresprogramme im Haushaltszeitraum 2014-2020 mit einem Gesamtwert von rund 1,8 Milliarden Euro. Deutschland erhielt dabei den drittgrößten Gesamtbetrag nach Frankreich (463,8 Millionen Euro) und Großbritannien (392,6 Millionen Euro). Im Laufe des Jahres sollen 36 weitere nationale Programme genehmigt werden. Insgesamt stehen aus den beiden Fonds bis 2020 rund sieben Milliarden Euro zur Verfügung.
Der Asyl-, Migrations- und Integrationsfonds (AMIF) unterstützt Mitgliedstaaten unter anderem bei der Erhöhung von Aufnahmekapazitäten für Flüchtlinge, der Verbesserung der Qualität von Asylverfahren, bei Rückkehrerprogrammen und der Integration von Migranten. Über die Mittel aus dem Fonds für die innere Sicherheit (ISF) sollen auch die grenzüberschreitende Zusammenarbeit bei der Strafverfolgung sowie die Möglichkeiten der Mitgliedstaaten verbessert werden, gegen Terrorismus, Drogenhandel, Cyberkriminalität, Menschenhandel und andere Arten der organisierten Kriminalität vorzugehen.
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