UN: Reiche Staaten müssen Lösung der globalen Wasserkrise finden [DE]
Armut und ungleiche Machtverhältnisse, nicht aber Knappheit, gehören zu den Hauptfaktoren der globalen Wasserkrise. Zu diesem Ergebnis kommen die Vereinten Nationen in ihrem Human Development Report 2006.
Armut und ungleiche Machtverhältnisse, nicht aber Knappheit, gehören zu den Hauptfaktoren der globalen Wasserkrise. Zu diesem Ergebnis kommen die Vereinten Nationen in ihrem Human Development Report 2006.
Nach Angaben der Vereinten Nationen haben 1,2 Mrd. Menschen weltweit, hauptsächlich in Afrika und anderen armen Teilen der Welt, keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Weiteren 2,6 Mrd. Menschen mangelt es an grundlegender Sanitärversorgung.
In ihrem Human Development Report 2006 warnen die Vereinten Nationen zudem davor, dass sich in den kommenden Jahrzehnten vor dem Hintergrund der wachsenden Weltbevölkerung der Wettkampf um sauberes Wasser verschärfen könnte. Im Jahr 2025 könnten 3 Mrd. Menschen in Ländern mit Wasserknappheit leben. Die UN warnt, dass zu diesem Zeitpunkt bereits 14 Länder der Welt unter Wassermangel leiden werden, was die Gefahr von „Wasserkriegen“ erhöht.
Der Bericht kommt zu dem überraschenden Ergebnis, dass die Wasserknappheit nicht die Hauptursache für die Wasserkrise ist. Vielmehr gehe es um Armut und ungleiche Machtverhältnisse sowie um Missmanagement bei der Wasserversorgung, durch das die Wasserknappheit weiter verschärft wird, so die Vereinten Nationen.
Der Bericht fordert zudem, dass die G8-Staaten bei der Lösung der Wasser- und Sanitärkrise, der jährlich fast zwei Millionen Kinder zum Opfer fallen, eine führende Rolle übernehmen sollen.
Die Vereinten Nationen kritisieren in ihrem Bericht auch die ungerechte Preisverteilung für den Zugang zu Wasser: Je ärmer die Menschen seien, um so mehr müssten sie für Wasser bezahlen, so die UN.
Die Ergebnisse des Berichts dürften bei der EU, die im Mai 2004 mit den AKP-Staaten (Afrika, Karibik, Pazifik) im Rahmen der EU-AKP-Wasserfazilität die stärkere Beteiligung der Privatwirtschaft an der Wasserverteilung vereinbart hatte, wenig Behaglichkeit auslösen.
Durch die Wasserfazilität soll die Zusammenarbeit zwischen der Öffentlichkeit, dem Privatsektor und der Zivilgesellschaft zur Förderung von Good Governance im Wassermanagement gestärkt werden. Die Initiative wurde von einigen NGOs dafür kritisiert, dass sie die Beteiligung der Privatwirtschaft an der Wasserverteilung unterstütze.