USA führen Gespräche über Verteidigung der Ukraine auf US-Luftwaffenstützpunkt Ramstein

Wie das Pentagon am Donnerstag (21. April) mitteilte, wird US-Verteidigungsminister Lloyd Austin nächste Woche auf dem Luftwaffenstützpunkt im rheinland-pfälzischen Ramstein mit Verbündeten über die Verteidigung der Ukraine beraten. Unterdessen verstärkt Russland seine Streitkräfte im Rahmen seiner Ostoffensive im Donbass weiter.

EURACTIV.com
US troop deployment at US Air Base in Ramstein
epaselect epa09727217 A US military aircraft takes off at the US Ramstein Air Base, in Ramstein, Germany, 04 February 2022. Due to the crisis between Ukraine and Russia, the U.S. military is moving troops to Germany and Eastern Europe. The Ramstein US Air Base is a military airfield of the United States Air Force and headquarters of US Air Forces in Europe. EPA-EFE/RONALD WITTEK [EPA-EFE/RONALD WITTEK]

Wie das Pentagon am Donnerstag (21. April) mitteilte, wird US-Verteidigungsminister Lloyd Austin nächste Woche auf dem Luftwaffenstützpunkt im rheinland-pfälzischen Ramstein mit Verbündeten über die Verteidigung der Ukraine beraten. Unterdessen verstärkt Russland seine Streitkräfte im Rahmen seiner Ostoffensive im Donbass weiter.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat den Westen wiederholt aufgerufen, sein vom Krieg verwüstetes Land mit zusätzlichen schweren Waffen auszustatten, um sich gegen die russische Offensive zu verteidigen, die das Überleben der Ukraine bedroht. Außerdem bat er die westlichen Staaten, weitere Sanktionen zu verhängen.

„Das Ziel ist es, Stakeholder aus der ganzen Welt zu einer Reihe von Treffen zusammenzubringen, die sich mit dem aktuellen (ukrainischen) Verteidigungsbedarf befassen und (…) sicherzustellen, dass die dauerhafte Sicherheit und Souveränität der Ukraine langfristig respektiert und weiterentwickelt wird“, sagte Pentagon-Sprecher John Kirby über das für nächsten Dienstag (26. April) geplante Treffen.

Laut Informationen von EURACTIV werden dabei erste Überlegungen über den Verteidigungsbedarf der Ukraine über den aktuellen Krieg hinaus angesprochen werden.

„Wir denken, dass es an der Zeit ist, auch diese Diskussion zu führen“, bestätigte Kirby gegenüber Reporter:innen.

Das Hauptaugenmerk dürfte jedoch auf der Frage liegen, wie der Ukraine kurzfristig weitere militärische Unterstützung zukommen gelassen werden könnte.

Bereits am Donnerstag hatte die US-Regierung neue Militärhilfe für Kyjiw in Höhe von 800 Millionen Dollar angekündigt, darunter Ersatzteile für Kampfjets, Artillerie und Drohnen.

Washington hat der Ukraine seit Beginn der russischen Invasion Waffen im Wert von mehr als 3,3 Milliarden Dollar zugesagt oder geliefert.

Die USA und ihre NATO-Verbündeten haben die Lieferung von Panzern, Hubschraubern und anderen Waffen an die Ukraine verstärkt, da sich die Streitkräfte des Landes auf groß angelegte Gefechte gegen russische Truppen in der ostukrainischen Region Donbass vorbereiten.

Sie liefern zunehmend auch schwere Waffen an die Ukraine, nicht aber Deutschland.

Bundeskanzler Olaf Scholz steht im eigenen Land und bei westlichen Verbündeten zunehmend in der Kritik, weil die Bundesregierung zögerlich handelt, wenn es darum geht, die Ukraine mit schweren Waffen bei der Abwehr russischer Angriffe zu unterstützen. Und das, obwohl andere westliche Verbündete ihre Lieferungen gesteigert haben.

Die estnische Premierministerin Kaja Kallas veröffentlichte diese Woche eine Tabelle, in der die Unterstützung der Ukraine durch eine Reihe von Ländern unter Berücksichtigung ihrer Wirtschaftsleistung aufgeführt war.

Im Gegensatz zu anderen westlichen Verbündeten hat Berlin vor dem Einmarsch Russlands am 24. Februar keine Waffen an die Ukraine geliefert und sogar Verbündete daran gehindert, militärische Ausrüstung deutscher Herkunft zu schicken, da Berlin schon seit langem keine Waffen in Kriegsgebiete exportiert.

Scholz kündigte diese Woche die Lieferung von Panzer- und Flugabwehrwaffen aus deutschen Militärbeständen an, wobei er diese jedoch als „Verteidigungswaffen“ bezeichnete.

Die Bundesregierung weigert sich zwar, genaue Angaben zu den bisher gelieferten Waffen vorzulegen, aber laut Verteidigungsministerin Christine Lambrecht hat die Bundeswehr Bestände im Wert von insgesamt 83 Millionen Euro geliefert.

Die Gespräche mit der Ukraine auf dem Luftwaffenstützpunkt im rheinland-pfälzischen Ramstein, dem größten amerikanischen Militärstützpunkt außerhalb der USA, werden von Beobachtern auch als eine Chance gesehen, Berlin zu weiteren Zusagen zu drängen.

US-Beamte erklärten, dass westliche Waffenlieferungen und die Übernahme von Material vor Ort inzwischen zu Rüstungsvorteilen für die Ukraine geführt haben.

Nach Angaben des Militärblogs Oryx, der eine der umfassendsten Verfolgungen auf der Grundlage von verifizierten und geolokalisierten Fotos und Videos in sozialen Netzwerken durchgeführt hat, haben die russischen Truppen bis Donnerstag (21. April) Abend mindestens 481 Panzer verloren, von denen 269 zerstört und 212 von den ukrainischen Truppen erbeutet wurden.

Auf ukrainischer Seite sollen dagegen 52 Panzer zerstört worden und 73 in russische Hand gegangen sein.

Kirby teilte nicht mit, wie viele Verbündete an den Gesprächen teilnehmen werden. Es würden aber nicht nur NATO-Länder eingeladen, fügte er hinzu.

Dies geschieht, nachdem bei einem NATO-Außenministertreffen Anfang des Monats Konsultationen mit einer breiten Palette von Nicht-NATO-Mitgliedern wie Schweden, Finnland, der Ukraine, Georgien, der EU sowie den asiatisch-pazifischen Partnern abgehalten wurden.