Vertreter der US-Geheimdienste hat Deutschland verlassen
Der oberste Vertreter der US-Geheimdienste in Deutschland ist wie von der Bundesregierung gefordert ausgereist. 95 Prozent der Bundesbürger gehen davon aus, dass die USA mit dem Ausspionieren deutscher Behörden weitermachen.
Der oberste Vertreter der US-Geheimdienste in Deutschland ist wie von der Bundesregierung gefordert ausgereist. 95 Prozent der Bundesbürger gehen davon aus, dass die USA mit dem Ausspionieren deutscher Behörden weitermachen.
Der oberste Repräsentant der US-Geheimdienste in Deutschland hat am Donnerstag das Land verlassen. Ein Sprecher des Auswärtigen Amtes bestätigte entsprechende Medienberichte.
Die Bundesregierung hatte den US-Diplomaten vor einer Woche zur Ausreise aufgefordert, nachdem mutmaßliche Fälle von US-Spionage im Verteidigungsministerium sowie beim Bundesnachrichtendienst (BND) bekanntgeworden waren. Unter befreundeten Staaten ist dies ein extrem ungewöhnlicher Akt. Die Bundesregierung hatte gar mit einer Ausweisung gedroht, sollte der Diplomat der Aufforderung nicht nachkommen.
Dem aktuellen ZDF-Politbarometer zufolge halten 74 Prozent der Bundesbürger die Reaktion der Regierung für angemessen. 10 Prozent bezeichnen es als eine zu starke und 13 Prozent als zu schwache Antwort. Allerdings glaubt kaum jemand (3 Prozent), dass die USA jetzt das Ausspionieren deutscher Behörden beenden werden. 95 Prozent gehen von einer Fortsetzung aus.
Knapp die Hälfte aller Befragten (49 Prozent) bezeichnet das Verhältnis zu den USA als (sehr) gut und unwesentlich weniger (48 Prozent) als (sehr) schlecht. Im Januar 2014 – also während der NSA-Affäre – waren es noch 57 Prozent, die das Verhältnis zu den USA als (sehr) gut bezeichneten.
Nur während des Irak-Kriegs beurteilte eine deutliche Mehrheit das Verhältnis zu den USA als (sehr) schlecht. Allerdings meinen jetzt nur 25 Prozent, dass das Verhältnis zu den USA aufgrund der aktuellen Vorfälle dauerhaft beschädigt bleibt, 72 Prozent glauben das nicht.