Vogelgrippe: EU-Kommission will einheitliche Regeln für Tierimpfungen

Die Europäische Kommission hat neue Vorschriften zur Harmonisierung der Impfung von Tieren gegen die bedrohlichsten Tierkrankheiten angekündigt. Der Schritt ist Teil der Bemühungen, die bisher größte Vogelgrippeepidemie in der EU zu bekämpfen.

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Die Vogelgrippe ist eine hoch ansteckende Viruserkrankung, die vor allem bei Geflügel und wilden Wasservögeln auftritt. Es gibt zwei Virusstämme: hoch- und niedrigpathogene Viren, bekannt als HPAI beziehungsweise LPAI. [<a href="https://www.shutterstock.com/image-photo/feeding-chickens-raising-them-indoors-on-1912527877" target="_blank" rel="noopener">[SHUTTERSTOCK]</a>]

Die Europäische Kommission hat neue Vorschriften zur Harmonisierung der Impfung von Tieren gegen die bedrohlichsten Tierkrankheiten angekündigt. Der Schritt ist Teil der Bemühungen, die bisher größte Vogelgrippeepidemie in der EU zu bekämpfen.

Die Vogelgrippe ist eine hoch ansteckende Viruserkrankung, die vor allem bei Geflügel und wilden Wasservögeln auftritt. Es gibt zwei Virusstämme: hoch- und niedrigpathogene Viren, bekannt als HPAI beziehungsweise LPAI.

Seit vergangenem Jahr wird Europa von der schlimmsten bisher dagewesenen Vogelgrippewelle heimgesucht. Der jüngste vierteljährliche Bericht der Europäischen Agentur für Lebensmittelsicherheit (EFSA) meldet eine noch nie dagewesene Anzahl von Ausbrüchen zwischen Oktober 2021 und September 2022 in 37 europäischen Ländern. Dabei wurden fast 50 Millionen Vögel in den betroffenen Betrieben getötet.

Die am Montag (20. Februar) bekannt gegebenen Impfregeln ermöglichen eine Harmonisierung des Einsatzes von Impfungen bei den Bemühungen, die Ausbreitung der Seuche zu verhindern und zu kontrollieren.

Dies werde den „sicheren Transport von Tieren und deren Erzeugnissen aus Betrieben und Gebieten, in denen geimpft wurde“ ermöglichen, so eine Erklärung der Kommission.

Angesichts des schwersten Ausbruchs in der jüngeren Geschichte der EU sagte Stella Kyriakides, EU-Kommissarin für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, dass der Kampf gegen die Vogelgrippe „an erster Stelle der Prioritätenliste“ stehe.

„Diese Ausbrüche verursachen enorme Schäden für den Agrarsektor und beeinträchtigen den Handel“, erklärte sie.

Der Verband der europäischen Geflügelfleischindustrie, AVEC, begrüßt den Schritt hin zu einem gemeinsamen EU-Rahmen für die Impfungen. Sie erklären, es werde in Anbetracht der Entwicklung des Virus in den letzten Jahren „immer schwieriger, HPAI ohne Impfung zu kontrollieren.“

Der Verband warnt jedoch, dass die Impfung „nicht die Lösung ist, die das Problem der Vogelgrippe ein für alle Mal lösen wird.“

„Sie kann Teil einer Strategie sein – aber es müssen auch viele andere Maßnahmen ergriffen werden“, sagte AVEC-Generalsekretärin Birthe Steenberg gegenüber EURACTIV.

So müssten zum Beispiel strenge Überwachungsprogramme eingeführt werden, um die Wirksamkeit der Impfstrategien zu kontrollieren. Diese seien für den Sektor jedoch kostspielig.

Solche Schritte müssten daher „als Maßnahmen betrachtet werden, die für die Gesellschaft als Ganzes notwendig sind – die Kosten dürfen also nicht allein die Geflügelproduzenten tragen“, sagte Steenberg. Auch der Handel müsse berücksichtigt werden, um Handelsbarrieren als Folge der Impfung zu vermeiden.

Für Roxane Feller, Generalsekretärin von der Organisation AnimalhealthEurope, die Hersteller von Tierarzneimitteln, Impfstoffen und anderen Tiergesundheitsprodukten in Europa vertritt, ist eine „Multi-Stakeholder-Evaluierung der Möglichkeiten für den Einsatz von Impfstoffen während bestimmter Jahreszeiten zum besseren Schutz von Geflügel, das von HPAI-Ausbrüchen bedroht ist, unbedingt erforderlich.“

„Die Tiergesundheitsindustrie ist bereit, zu Impfkampagnen beizutragen, wenn der Bedarf besteht, vorausgesetzt, die Behörden und Regierungen geben klare Leitlinien mit Zeitplänen vor, die mit der Entwicklung und Herstellung von Impfstoffen vereinbar sind“, fügte sie hinzu.

Die neuen Vorschriften, die mit den internationalen Standards der Weltorganisation für Tiergesundheit (WOAH, früher OIE) übereinstimmen, werden nun am 12. März in Kraft treten.

[Bearbeitet von Nathalie Weatherald]