Wien überschreitet Aufnahmekapazität für Flüchtlinge

Die Flüchtlingsunterkünfte in Wien sind immer stärker überfüllt. Die österreichische Hauptstadt hat bereits 179 Prozent ihrer maximalen Kapazität erreicht.

Euractiv.de
Täglich kommen derzeit bis zu 600 Flüchtlinge in Österreich an. Die meisten von ihnen kommen aus Indien und nordafrikanischen Ländern und wollen in andere EU-Länder weiterreisen. [EPA/HERBERT P. OCZERET]

Die Flüchtlingsunterkünfte in Wien sind immer stärker überfüllt. Die österreichische Hauptstadt hat bereits 179 Prozent ihrer maximalen Kapazität erreicht.

In Wien sind derzeit rund 35.000 Flüchtlinge untergebracht, über 15.000 als eigentlich für die Stadt vorgesehen.

Täglich kommen derzeit bis zu 600 Flüchtlinge in Österreich an. Die meisten von ihnen kommen aus Indien und nordafrikanischen Ländern und wollen in andere EU-Länder weiterreisen.

Während Ukrainer:innen noch immer rund zwei Drittel der in Österreich lebenden Flüchtlinge ausmachen, ist ihr Anteil unter den neu ankommenden Nationalitäten rückläufig.

Vier von fünf Flüchtlingen leben derzeit in Privatunterkünften. Nach Angaben des Fonds Soziales Wien ist damit zu rechnen, dass im Winter noch mehr Menschen kommen werden.

„Wien trifft Vorbereitungen für den Herbst/Winter, da wir davon ausgehen, dass wieder eine größere Gruppe von Vertriebenen nach Wien kommen wird. Es ist aber klar, dass die Aufnahme von Flüchtlingen nur im Zusammenspiel mit allen Bundesländern funktionieren kann“, so ein Sprecher des Fonds Soziales Wien gegenüber dem ORF.

Da es auch in anderen Regionen nicht genügend Unterkünfte gibt, plant das Innenministerium, Zelte aufzustellen. Allerdings stößt die Initiative der Regierung auf regionaler Ebene auf Widerstand.

Das Innenministerium habe „die dümmste Lösung für Österreich“ gewählt, sagte der Bürgermeister der Kleinstadt St. Georgen am Montag.

„In diktatorischer Manier und ohne Rücksicht auf die Bevölkerung wurden hier einfach Zelte mit ausgeschaltetem Gehirn aufgestellt. Das ist unmenschlich und beschämend für einen Staat wie Österreich“, polterte Aigner. Um gegen die Entscheidung der Regierung zu protestieren, haben mehrere Gemeinden zu einer Demonstration gegen das Aufstellen von Zelten aufgerufen.