Wirtschaftsministerin Reiche reist mit Rüstungsindustrie nach Israel

Reiche reist kommende Woche mit einer Delegation nach Israel – nachdem die Beziehungen durch Berlins teilweises Waffenembargo belastet worden waren.

EURACTIV.com
[Hendrik Schmidt/picture alliance via Getty Images]

Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche wird in der kommenden Woche nach Israel reisen und eine Gruppe von Rüstungsmanagern mitnehmen – ein Zeichen dafür, dass sich die deutsch-israelischen Militärbeziehungen nach einer kurzen Phase der Spannung wieder festigen.

Es ist üblich, dass deutsche Wirtschaftsvertreter Regierungsmitglieder auf Auslandsreisen begleiten. Euractiv erfuhr jedoch, dass eine ungewöhnlich hohe Zahl der Mitreisenden aus der Rüstungsindustrie stammt.

Die deutsch-israelischen Beziehungen hatten sich im August eingetrübt, als die Bundesregierung unter Bundeskanzler Friedrich Merz aufgrund von Differenzen über den Krieg in Gaza ein teilweises Waffenembargo gegen Israel verhängte. Das Embargo wurde kurz vor dem Antrittsbesuch des Kanzlers in Israel am vergangenen Wochenende aufgehoben.

In der vergangenen Woche wurde zudem das von Deutschland in Israel erworbene Luftverteidigungssystem Arrow 3 auf dem Luftwaffenstützpunkt Holzdorf in Betrieb genommen. Trotz der erheblichen strategischen Bedeutung des Systems nahmen weder Kanzler Merz noch Verteidigungsminister Boris Pistorius an der Vorstellung teil.

Trotz der Annäherung zwischen der deutschen und der israelischen Regierung kündigte die deutsche Fluggesellschaft Lufthansa ihrerseits ein eigenes Waffenembargo gegen Israel an.

„Wir möchten Sie darüber informieren, dass gemäß einer internen Unternehmensentscheidung ein Embargo für sämtliche militärische und sicherheitsrelevante Fracht nach Tel Aviv verhängt wurde – mit sofortiger Wirkung und bis auf Weiteres“, teilte das Unternehmen dem israelischen Medium Globes mit.

(jl)