200 Millionen Euro für Wasserstoff aus Ägypten

Die Bundesregierung gab am Donnerstag (12. Juli) bekannt, dass es einem mit den Vereinigten Arabischen Emiraten verbundenen Unternehmen 200 Millionen Euro für die Lieferung von einer Viertelmillion Tonnen Wasserstoff bis 2027 gewährt hat. Die entsprechende Infrastruktur wird in Ägypten aufgebaut.

Euractiv.com
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Aerial,View,Of,Lpg,Gas,Ship.,Gas,Carrier,,Gas,Tanker [Shutterstock/Michael Dechev]

Die Bundesregierung gab am Donnerstag (12. Juli) bekannt, dass es einem mit den Vereinigten Arabischen Emiraten verbundenen Unternehmen 200 Millionen Euro für die Lieferung von einer Viertelmillion Tonnen Wasserstoff bis 2027 gewährt hat. Die entsprechende Infrastruktur wird in Ägypten aufgebaut.

Das mit fünf Milliarden Euro ausgestattete Wasserstoff-Finanzierungsinstrument H2Global der deutschen Regierung wurde 2021 geschaffen, um die weltweite Markteinführung von Wasserstoff zu erleichtern. Es kauft Wasserstoff, den es dann mit einem Preisnachlass an industrielle Kunden wie die Chemie-, Düngemittel- und Kupferindustrie weitergibt.

Die Ankündigung erfolgte im Rahmen einer Auktion, die sich auf CO2-freies Ammoniak, ein Energieträger für Wasserstoff, konzentrierte. Das Geschäft wird mit dem Stickstoffdünger-Exporteur Fertiglobe abgeschlossen, der 2023 von der Abu Dhabi National Oil Company (ADNOC) übernommen wurde.

„Der Import von grünen Wasserstoffprodukten leistet einen entscheidenden Beitrag zum Hochlauf des Wasserstoffmarktes in Deutschland“, sagte Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck in einer Erklärung.

Das Ministerium fügte hinzu, dass in Ägypten 273 Megawatt an erneuerbaren Energien installiert werden, um das grüne Ammoniak zu produzieren. Dies entspreche rund zehn Prozent der jährlichen Ammoniakproduktion in Deutschland. Die Lieferungen sollen zwischen 2027 und 2033 erfolgen.

„Die deutsche Industrie benötigt große Mengen an grünem Wasserstoff und seinen Derivaten für die Dekarbonisierung, die sowohl Importe von außerhalb und innerhalb Europas als auch eine nationale Produktion erfordert“, so Habeck.

Nach Angaben des Wirtschaftsministeriums belaufen sich die Kosten auf 4,50 Euro pro Kilogramm Wasserstoff und liegen damit unter den voraussichtlichen Kosten für in der EU produzierten Wasserstoff.

Der Internationale Rat für sauberen Verkehr (ICCT) schätzte kürzlich, dass Wasserstoff bis 2030 in Europa für 5,60 Dollar (5,15 Euro) pro Kilogramm hergestellt werden kann.

Ammoniak, das vor allem für seine wichtige Rolle bei der Düngemittelherstellung bekannt ist, wurde 2022 erstmals aus den Vereinigten Arabischen Emiraten nach Deutschland verschifft. Damals handelte es sich um eine Testlieferung des Hamburger Unternehmens Aurubis, das Ammoniak zur Dekarbonisierung seiner Kupferöfen einsetzen will.

Im Gegensatz zu Wasserstoff, dessen Transport per Schiff als schwieriger gilt, soll Ammoniak in großem Maßstab weltweit verschifft werden, von Regionen mit reichhaltigen erneuerbaren Energiequellen hin zu Regionen mit hohem Energiebedarf.

In einem 2024 in Nature Energy veröffentlichten Forschungsbericht wird festgestellt, dass der auf Ammoniak basierende Düngemittelbestandteil Harnstoff 25 Prozent billiger sein könnte, wenn er aus Regionen mit vielen erneuerbaren Energiequellen importiert würde.

[Bearbeitet von Donagh Cagney/Alice Taylor/Kjeld Neubert]