Aufstockung des Euro-Rettungsschirms

Die Finanzminister der Euro-Zone haben entschieden, den Euro-Rettungsschirm auf 800 Milliarden Euro aufzustocken. In Griechenland wird derweil laut über ein drittes Hilfspaket der Euro-Partner nachgedacht.

Finanzminister Wolfgang Schäuble handelt in Kopenhagen mit seinen Kollegen aus der Euro-Zone das neue vorläufige Ausleihvolumen des Euro-Rettungsschrims ESM aus. Foto: dpa
Finanzminister Wolfgang Schäuble handelt in Kopenhagen mit seinen Kollegen aus der Euro-Zone das neue vorläufige Ausleihvolumen des Euro-Rettungsschrims ESM aus. Foto: dpa

Die Finanzminister der Euro-Zone haben entschieden, den Euro-Rettungsschirm auf 800 Milliarden Euro aufzustocken. In Griechenland wird derweil laut über ein drittes Hilfspaket der Euro-Partner nachgedacht.

Die Finanzminister der Euro-Gruppe haben sich bei ihrem Treffen in Kopenhagen darauf verständigt, die Gesamtkapazität des Euro-Rettungsschirms auf über 800 Milliarden Euro zu erhöhen.

Dies sagte die österreichische Finanzministerin Maria Fekter am Freitag am Rande des Treffens der Eurogruppe in Kopenhagen. Diese Summe ergebe sich aus der geplanten Kreditsumme des im Juli startenden Rettungsmechanismus ESM sowie aus allen schon zugesagten Mitteln an Griechenland, Portugal und Irland. Darüber hinaus sollten die noch verfügbaren 240 Milliarden Euro aus dem befristeten Rettungsfonds EFSF als Puffer beibehalten werden, bis der ESM mit einer ausreichenden Kreditsumme ausgestattet sei.

Die Details zu den Neuregelungen bei ESM und EFSF sind in der Erklärung der Euro-Gruppe (englisch) aufgeführt.

Drittes Hilfspaket für Griechenland?

Während die Euro-Finanzminister über das neue Volumen des ESM entschieden, hat der griechische Ministerpräsident Lucas Papademos nicht ausgeschlossen, dass sein Land ein drittes Rettungsprogramm seiner Euro-Partner benötigen könnte.

Zwar werde die Regierung in Athen alles daran setzen, um nicht auf weitere Hilfen angewiesen zu sein, sagte Papademos der italienischen Zeitung "Il Sole 24 Ore". Allerdings könnte sich Griechenland in einer Situation wiederfinden, in der man weiterhin von den internationalen Finanzmärkten abgeschnitten sei, obwohl alle Reformen wie vereinbart umgesetzt worden seien. "Es ist einfach schwierig, die Marktbedingungen und Erwartungen für 2015 vorherzusagen."

Papademos warnte zugleich vor Überlegungen, zur Lösung der griechischen Schuldenkrise wieder die Drachme einzuführen. Dadurch würde nur die Inflation in die Höhe schießen. Außerdem würden die Risiken durch Währungsschwankungen steigen und die Rücklagen bei Banken massiv entwertet. Griechenland müsse daher alles daran setzen, in der Euro-Zone zu bleiben.

Das erste Kreditpaket für Athen belief sich auf 110 Milliarden Euro und war noch vor der Schaffung des Euro-Rettungsschirms EFSF aufgelegt worden. Das zweite Hilfsprogramm für Griechenland läuft unter dem Dach des EFSF und hat ein Volumen von 130 Milliarden Euro. Mit dem zweiten Paket soll der Schuldenstand von derzeit mehr als 160 Prozent des Bruttoinlandsprodukts bis 2020 auf 120 Prozent gesenkt werden. Die Finanzierung läuft allerdings nur bis 2014. Sollte Griechenland danach weiterhin nicht kreditwürdig sein, wären weitere Hilfen der Euro-Partner notwendig.

EURACTIV/rtr

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