Beitrittsverhandlungen: Türkei übt Kritik [DE]
Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die Notwendigkeit einer weiteren "Intensivierung" der engen Zusammenarbeit zwischen der EU und der Türkei betont. Ankara hatte zuvor scharfe Kritik an der Rolle der EU in den Beitrittsverhandlungen geübt .
Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die Notwendigkeit einer weiteren „Intensivierung“ der engen Zusammenarbeit zwischen der EU und der Türkei betont. Ankara hatte zuvor scharfe Kritik an der Rolle der EU in den Beitrittsverhandlungen geübt .
Der türkische Premierminister Recep Tayyip Erdogan hat in einem Interview mit der deutschen Zeitschrift Der Spiegel scharfe Kritik an den Bemühungen der deutschen Ratspräsidentschaft geübt.
Er führte an, dass Deutschland die Türkei stärker hätte unterstützen können, als die EU
im Dezember 2006 die Entscheidung traf, die Gespräche in acht von 35 Verhandlungskapiteln auf Eis zu legen. Der türkische Premierminister nannte darüber hinaus die Entscheidung, die Türkei nicht zu den Feierlichkeiten anlässlich des 50. Jubiläums der Römischen Verträge in Berlin einzuladen, einen „großen Fehler“, der die deutsche Ratspräsidentschaft überschatte.
Erdogan forderte eine klare Beitrittsperspektive für sein Land. „Wir wollen ein klares Zeitdatum, einen Fahrplan, eine Zeitleiste für die Verhandlungen“, sagte Erdogan und fügte hinzu, dass er 2014 oder 2015 als realistischen Zeitpunkt für einen Beitritt betrachte.
Als Reaktion auf die Kritik versicherte Kanzlerin Merkel ihrem türkischen Amtskollegen, dass die deutsche Präsidentschaft sich intensiv bemühe, die Gespräche zwischen der EU und der Türkei voranzutreiben.
Nach einem Treffen mit Erdogan bei der Hannover Messe am 15. April 2007 sagte die deutsche Bundeskanzlerin, man schaue nach vorne. Sie stellte aber auch fest, dass das Ergebnis der Beitrittsverhandlungen „offen“ bliebe.
Zum gleichen Anlass schlug der türkische Premierminister versöhnlichere Töne an, und betonte, dass die Verhandlungen unter der deutschen Präsidentschaft gestärkt worden seien.
Die Frustration in der Türkei hinsichtlich der EU-Mitgliedschaftsverhandlungen ist auch ein Thema im Vorfeld der Präsidentschafts- und Parlamentswahlen in diesem Jahr.