Bericht: EU fördert illegalen Holzhandel [DE]

Nahezu ein Fünftel des Holzes, das in die EU importiert wird, stamme aus illegaler Abholzung und trage zu Waldsterben und Klimawandel bei, so ein am 22. Juli 2008 von der Umweltorganisation WWF veröffentlichter Bericht.

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Nahezu ein Fünftel des Holzes, das in die EU importiert wird, stamme aus illegaler Abholzung und trage zu Waldsterben und Klimawandel bei, so ein am 22. Juli 2008 von der Umweltorganisation WWF veröffentlichter Bericht.

Der Bericht, der auf den Importen des Jahres 2006 basiert, deutet an, dass zwischen 16% und 19% des in die EU importierten Holzes aus illegaler Abforstung oder verdächtigen Quellen stammt.

Dies bedeutet, dass ca. 30 Millionen Kubikmeter Holz im Jahr 2006 illegal in die EU importiert wurde, schätzt der Bericht. Während Russland, China und Indonesien die Hauptversorger der Union sind, bezeichnet der Bericht Importe aus Osteuropa als besonders schwierig, da ca. 28% der Holzimporte aus illegalen Quellen stammen. Russland soll im Jahr 2006 ca. 10 Millionen Kubikmeter illegalen Holzes in die EU exportiert haben.

Bei den Hauptlieferanten, darunter Finnland, das Vereinigte Königreich, Deutschland und Italien, hebt der WWF insbesondere Finnland hervor, dass das Zielland für beinahe die Hälfte aller (legaler und illegaler) Holzimporte aus Russland in die EU ist. Dort werden sie in Papier verarbeitet und in andere EU-Länder exportiert.

Abholzung wird weithin als dem Klimawandel zuträglich bezeichnet und der WWF-Bericht gibt den EU-Mitgliedstaaten die „Schuld“ dafür, zu diesem Problem beizutragen. UN-Zahlen zufolge war die Abholzung für 20% der weltweiten CO2-Emissionen in den 1990er Jahren verantwortlich und Bemühungen, sie einzudämpfen, waren ein wichtiger Teil der Weltklimagespräche in Bali im vergangenen Dezember (EURACTIV vom 14. Dezember 2007).

Illegale Holzimporte träfen auch die lokalen Wirtschaften, indem sie die Holzpreise drückten, so der Bericht.

Der WWF fordert die EU auf, ihren derzeit freiwilligen Lizensierungsmechanismus zu verbessern – das so genannte System zur Rechtsdurchsetzung, Politikgestaltung und Handel im Forstsektor (FLEGT) – von dem er glaubt, er sei nicht streng genug. Selbst wenn alle Abkommen, über die die EU derzeit mit Partnerländern verhandelt, abgeschlossen würden, so der Bericht, würden noch immer 90% des illegalen Holzes in die EU kommen. 

Außerdem sei die illegale Abholzung nach der jüngsten EU-Erweiterung zu einem internen Problem für die neuen Mitgliedstaaten geworden.

Der Bericht betont weiterhin, dass derzeit kein freiwilliges Partnerschaftsabkommen mit China in Vorbereitung sei, das derzeit zu einem wichtigen weltweiten Exporteur von Holz werde.

Er fordert deshalb von der EU die Einrichtung eines Systems, bei denen die Händler die Rechtmäßigkeit und die Herkunft des importierten Holzes nachweisen müssen. Darüber hinaus sollten Kontrollen des Verkaufs innerhalb der EU stattfinden. Der Bericht empfiehlt außerdem, dass Unternehmen selbst mehr Verantwortung übernehmen und ihre Aktivitäten in Einklang mit der bestehenden Gesetzgebung bringen sollten. Sie sollten auch für die Einführung eines effizienten Strafenkatalogs sorgen, der vor Rechtsverletzungen abschreckt.

Andere große Exporteure von illegalem Holz kommen aus Südostasien (40%), Lateinamerika (30%) und Afrika (35 bis 55%).