Berliner Kandidatenschau
Der Europawahlkampf ist eröffnet. Die Berliner Kandidaten der fünf wichtigsten Parteien haben ihre politischen Positionen abgesteckt und sich den Bürgerfragen gestellt.
Der Europawahlkampf ist eröffnet. Die Berliner Kandidaten der fünf wichtigsten Parteien haben ihre politischen Positionen abgesteckt und sich den Bürgerfragen gestellt.
Bei einer Podiumsdiskussion am 14. Mai 2009 trafen die Berliner Kandidaten der fünf großen Parteien auf ihre potentiellen Wähler. Mit dabei: Michael Cramer (Die Grünen), Dagmar Roth-Berendt (SPD), Joachim Zeller (CDU), Alexandra Thein (FDP) und Helmut Scholz (Die Linke).
Moderiert wurde die Veranstaltung im Europäischen Haus in Berlin von Gerd Wartenberg, Vorsitzender der überparteilichen Europa-Union Berlin. Der Verein hatte die Kandidaten aus der Region traditionsgemäß zu einem Diskussionsabend mit interessierten Bürgern eingeladen.
Etwa 200 Berliner (Berlin hat 2,4 Millionen Wahlberechtigte) kamen zu der Veranstaltung, um die Kandidaten auszufragen, warum sie für den Lissabon-Vertrag sind, was sie gegen die Finanzkrise unternehmen wollen oder was sie in Brüssel für Berlin durchsetzen werden.
Die Berliner Kandidaten und ihre Positionen
Dagmar Roth-Berendt (SPD), bereits seit 20 Jahren Abgeordnete im Europäischen Parlament, fordert ein sozialeres Europa, Michael Cramer (Die Grünen) sehnt den Vertrag von Lissabon herbei, Helmut Scholz (Die Linke) will diesen Vertrag verhindern, Alexandra Thein (FDP) fordert einen ermäßigten Mehrwertsteuersatz für das Gastronomiegewerbe und Joachim Zeller (CDU) will vor allem die Interessen Berlins in Brüssel verteidigen.
Zitate des Abends:
Michael Cramer (Die Grünen): "Die Abwrackprämie ist das Letzte."
Dagmar Roth-Berendt (SPD): "90 Prozent der in Deutschland gültigen Umweltpolitikvorschriften wurden im Europäischen Parlament entschieden."
Joachim Zeller (CDU): "Ich will in Brüssel dafür sorgen, dass Berlin auch in der nächsten Förderperiode die EU-Fördertöpfe anzapfen kann."
Alexandra Thein (FDP): "Ich will mich dafür einsetzen, dass die EU-Gelder aus der Mittelmeerregion abgezogen werden und den osteuropäischen Ländern zugute kommen, damit sie dort deutsche Waren kaufen. Außerdem geht es mir darum, eine grenzüberschreitende Region Berlin-Brandenburg mit zwei polnischen Wojewodschaften zu schaffen, um gerechtfertigt Geld aus Brüssel zu bekommen."
Helmut Scholz (Die Linke): "Ich fordere mehr Transparenz in der Vernetzung der europäischen und nationalen Entscheidungen. Wir müssen den Bürgern deutlich machen, welche Verantwortung die jeweilige nationale Regierung für das trägt, was im Kompromiss mit 27 Staaten ausgehandelt wurde."
(mka)
Websites zu den Berliner Spitzenkandidaten für das Europaparlament:
Die Grünen: Michael Cramer
SPD: Dagmar Roth-Berendt
CDU: Joachim Zeller
FDP: Alexandra Thein
Die Linke: Helmut Scholz (keine eigene Homepage)