Bombendrohung in Irland bei Friedensfest: mehrere Festnahmen

Am Freitag wurden mehrere Personen im Zusammenhang mit einem mutmaßlichen Bombenanschlag auf eine friedensfördernde Veranstaltung verhaftet. Der irische Außenminister Simon Coveney musste daraufhin evakuiert werden.

EURACTIV.com
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Außenminister Simon Coveney wurde mitten in seiner Rede bei der Veranstaltung in Belfast von der Bühne geeilt, nachdem ein entführter Lieferwagen, der angeblich mit Sprengstoff beladen war, zum Veranstaltungsort gebracht worden war. [Fotos593/Shutterstock]

Am Freitag wurden mehrere Personen im Zusammenhang mit einem mutmaßlichen Bombenanschlag auf eine Friedensveranstaltung verhaftet. Der irische Außenminister Simon Coveney musste daraufhin evakuiert werden.

Coveney wurde mitten in seiner Rede bei der Veranstaltung in Belfast von der Bühne geeilt, nachdem ein entführter Lieferwagen, der angeblich mit Sprengstoff beladen war, zum Veranstaltungsort gebracht worden war.

Am Wochenende wurden ein Mann und eine Frau im Zusammenhang mit dem Vorfall verhaftet, wobei ersterer unter dem Terrorismusgesetz inhaftiert wurde.

Die Veranstaltung war von der John and Pat Hume Foundation organisiert worden, einer friedensfördernden Organisation, die sich auf die Stärkung der Beziehungen zwischen Nordirland, der Republik Irland und dem Rest des Vereinigten Königreichs richtet. Rund 100 Personen, darunter auch andere Politiker:innen, waren anwesend.

Der Fahrer des Lieferwagens wurde mit vorgehaltener Waffe festgehalten, während ein Sprengsatz in das Fahrzeug geladen wurde, und dann aufgefordert, zum Veranstaltungsort zu fahren. Die Polizei führte anschließend eine kontrollierte Explosion durch.

Sie fügten hinzu, dass sie loyalistische paramilitärische Gruppen, namentlich die Ulster Volunteer Force (UVF), hinter der Bombenwarnung vermuteten. Nach Angaben der irischen Zeitung Independent.ie hat die UVF erklärt, dass die Drohung eine „Warnung“ war und dass ihre Angriffe auf die irische Regierung in den kommenden Wochen „eskalieren“ werden.

Der Vorfall, der von der Polizei als „eindeutig darauf ausgelegt war, die örtliche Bevölkerung so sehr wie möglich zu stören“ beschrieben wurde, führte auch zur Evakuierung einer Reihe von Häusern, Schulen und eines Pflegeheims sowie zur Unterbrechung einer Beerdigung in einer nahe gelegenen Kirche.

Der Angriff wurde von vielen Politiker:innen verurteilt. Claire Hanna, eine britische Parlamentsabgeordnete für Belfast, die während des Vorfalls anwesend war, sagte: „Niemandem entgeht die Ironie, dass es bei dieser Veranstaltung um Versöhnung ging, um Gemeinsamkeiten mit einem wirklich vielfältigen Publikum.“

„Dass die Veranstaltung auf so eine aggressive Weise gestört wurde, ist entsetzlich“, fügte sie hinzu.