Bosnien will EU-Kandidatenstatus gleichzeitig mit Ukraine
Der Ukraine und Bosnien und Herzegowina müsse gleichzeitig der EU-Beitrittskandidatenstatus gewährt werden. Andernfalls würde dies die prorussischen Kräfte in Bosnien ermutigen, das Land weiter zu destabilisieren, sagte ein kroatisches Mitglied der dreigliedrigen Präsidentschaft des Landes.
Der Ukraine und Bosnien und Herzegowina müsse gleichzeitig der EU-Beitrittskandidatenstatus gewährt werden. Andernfalls würde dies die prorussischen Kräfte in Bosnien ermutigen, das Land weiter zu destabilisieren, sagte ein kroatisches Mitglied der dreigliedrigen Präsidentschaft des Landes.
Bosnien und Herzegowina ist lediglich potenzieller EU-Beitrittskandidat und liegt damit hinter vielen anderen Ländern des westlichen Balkans zurück. Doch die Angst vor regionaler Instabilität und russischem Einfluss auf die serbische Fraktion des Landes hat zu Forderungen nach einer Beschleunigung des Prozesses geführt.
„Es mag sich für manche weit hergeholt anhören, aber das Ausmaß der prorussischen politischen Zerstörung in Bosnien und Herzegowina entspricht dem in der Ukraine. In diesem Sinne können wir uns nicht damit trösten, dass sie nicht auf uns schießen, wenn bereits klar ist, dass sie den Staat zerstören und alles ablehnen, was für den Staat und alle seine Bürger von Vorteil wäre. Deshalb müssen Bosnien und die Ukraine gemeinsam den Kandidatenstatus erhalten“, sagte Željko Komšić in einem Interview mit dem Webportal Autonomija.
Komšić betonte, der Westen müsse erkennen, dass die wichtigste Ursache für die Instabilität in der Region der russische Einfluss auf dem Balkan über Serbien und die Republika Srpska – die serbische Entität innerhalb Bosnien-Herzegowinas – sei.
Er fügte hinzu, dass man dies am besten an den verfassungsfeindlichen Aktivitäten des serbischen Präsidenten von BiH, Milorad Dodik, und der Behörden der Republika Srpska erkennen könne.
„Im politischen Sinne sind bisher nur die Vereinigten Staaten und Großbritannien konkret geworden, während Deutschland mit sporadischen Wirtschaftssanktionen begonnen hat. Die gegen Dodik verhängten Sanktionen sind nicht ausreichend. Dodik setzt seine destabilisierende Politik fort, und er wird nicht ruhen“, fügte Komšić hinzu.