Bratislava stuft Mordanschläge auf Queer-Bars als Terroranschläge ein

Der Mord an zwei queere Personen vor einer Bar in Bratislava vergangene Woche ist von der slowakischen Strafverfolgungsbehörde als terroristischer Akt eingestuft worden.

EURACTIV.sk
March for the Condemnation of Hatred of the LGBTI Community after shooting outside the LGBT bar in Bratislava
Vor dem Angriff hatte der Schütze ein rechtsextremes Manifest auf sozialen Medien verbreitet, in dem er die LGBTQI+-Community und die Jüd:innen als Feinde der weißen Rasse bezeichnete. [EPA-EFE/JAKUB GAVLAK]

Der Mord an zwei queere Personen vor einer Bar in Bratislava vergangene Woche ist von der slowakischen Strafverfolgungsbehörde als terroristischer Akt eingestuft worden.

Bei dem Angriff handelt es sich laut den zuständigen Behörden um ein Hassverbrechen gegen die LGBTQI+-Minderheit. So verbreitete der Täter vor dem Anschlag offenbar ein rechtsextremes Manifest in den sozialen Medien, in dem er die LGBTQI+-Community sowie Jüd:innen als „Feinde der weißen Rasse“ bezeichnete.

„Aus den Beweisen geht eindeutig hervor, dass die verfolgte Tat alle gesetzlichen Elemente dieser Straftat aufweist“, erklärte die Sonderstaatsanwaltschaft.

Der Schütze wurde am Morgen nach dem Angriff tot aufgefunden.

Mit der Requalifizierung eines Verbrechens, wie in diesem Fall als terroristischer Akt, können die Strafverfolgungsbehörden unter anderem den Weg für ein höheres Strafmaß freimachen und die von der Tat verursachte öffentliche Wirkung mit einbeziehen. Auch mögliche Kompliz:innen des Täters könnten härtere Strafen erhalten.

Die Polizei wurde über Beiträge und Kommentare in den sozialen Medien informiert, die die Angriffe in den sozialen Medien gutheißen, und hat die Bevölkerung aufgerufen, solche Beiträge oder Kommentare zu melden.