Brüssel will EU-Mittel für Grönland im neuen Haushalt verdoppeln

Die Europäische Kommission hat am Mittwoch vorgeschlagen, die finanzielle Unterstützung für Grönland zu verdoppeln – auf insgesamt mehr als 530 Millionen Euro im kommenden siebenjährigen EU-Haushalt.

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Die Europäische Kommission hat am Mittwoch vorgeschlagen, die finanzielle Unterstützung für Grönland zu verdoppeln – auf insgesamt mehr als 530 Millionen Euro im kommenden siebenjährigen EU-Haushalt.

Die EU ist bereits der zweitgrößte Beitragszahler zum öffentlichen Haushalt Grönlands nach Dänemark und überweist jährlich 49 Millionen Euro.

Davon fließen 32 Millionen Euro über den aktuellen langfristigen Haushalt, 17 Millionen Euro stammen aus dem Fischereiabkommen der EU mit der Arktisinsel, das im Dezember vergangenen Jahres erneuert wurde.

Nach den Plänen der Kommission soll das jährliche Budget von derzeit 32 Millionen Euro ab 2028 auf fast 76 Millionen Euro steigen – ein Anstieg um 130 Prozent in realen Zahlen.

Die Mittel sollen dazu beitragen, die Zusammenarbeit bei kritischen Rohstoffen, Energie und digitaler Integration in Grönland zu stärken, erklärte EU-Justizkommissar Michael McGrath bei der Vorstellung des Vorschlags.

Die Ankündigung vom Mittwoch ist Teil des letzten Pakets zur Reform des langfristigen EU-Haushalts, nachdem im Juli das erste Paket vorgestellt worden war.

Darüber hinaus schlägt die Kommission vor, ihre Investitionen in 13 überseeische Länder und Gebiete, darunter Grönland, von 500 Millionen auf 1 Milliarde Euro nahezu zu verdoppeln.

Diese Länder und Gebiete seien „Teil der europäischen Familie“, so McGrath. Zudem sei Grönland in Zeiten systemischer Rivalität „unser Anker in der Arktis“.

Der Vorstoß der Kommission erfolgt vor dem Hintergrund wachsender Spannungen zwischen der Trump-Administration und dem Königreich Dänemark, zu dem Grönland gehört.

Seit seinem Amtsantritt im Januar hat Trump wiederholt seinen Anspruch auf Kontrolle über die Arktisinsel betont – ein Ansinnen, das sowohl grönländische als auch dänische Behörden entschieden zurückgewiesen haben.

Vergangene Woche bestellte Dänemark den ranghöchsten US-Diplomaten in Kopenhagen ein, nachdem Medien über geheime Einflusskampagnen berichtet hatten, an denen mindestens drei Personen mit Verbindungen zur Trump-Regierung beteiligt gewesen sein sollen.

Aaja Chemnitz, grönländische Abgeordnete im dänischen Parlament, begrüßte die erhöhten Investitionen gegenüber Euractiv: „Angesichts von Trumps Drohungen ist es wichtig, dass die EU sich in Grönland engagiert.“

Dennoch gibt ihr die beträchtliche Summe zu denken. „Es ist wichtig, dass Grönland kein subventionsabhängiges Land wird, dass das Geld in die Unternehmensentwicklung investiert wird.“

Der Vorschlag zur Erhöhung der EU-Mittel muss nun noch von den EU-Staaten und dem Europäischen Parlament genehmigt werden. Die Verhandlungen mit der Kommission sollen sich über die nächsten zwei Jahre erstrecken.

(mm, jl)