Bulgariens überfüllte Flüchtlingszentren in der Kritik
Die Flüchtlingszentren in Bulgarien haben ihre maximale Kapazität um mehr als 20 Prozent überschritten und damit ein Niveau erreicht, das es in den letzten zwei bis drei Jahren nicht gab.
Die Flüchtlingszentren in Bulgarien haben ihre maximale Kapazität um mehr als 20 Prozent überschritten und damit ein Niveau erreicht, das es in den letzten zwei bis drei Jahren nicht gab.
In Bulgarien müssen Flüchtlinge und Migrant:innen – hauptsächlich aus Algerien, Marokko und Tunesien, aber auch aus Pakistan, Afghanistan und Syrien – in den Fluren, Fernseh- und Wirtschaftsräumen der Flüchtlingszentren untergebracht werden.
„Ständig werden an verschiedenen Orten des Landes inhaftierte Migrant:innen zu uns gebracht, fast alle sind unter 30 Jahre alt, und über 95 Prozent Männer. Sehr selten gibt es unter ihnen Menschen, die eine westliche Sprache sprechen. Wenn auch einige von ihnen Französisch sprechen“, so ein Mitarbeiter in einem der Zentren.
Die Bedingungen wirken sich auch auf das Personal dieser Einrichtungen aus, das über Arbeitsüberlastung und begrenzte finanzielle Mittel klagt.
„Sie zwingen uns, für die einfachsten Dinge Berichte und Erklärungen zu schreiben, und selbst auf Ersatzteile, die 25 Euro kosten, warten wir monatelang“, sagten sie.
Das Innenministerium kündigte an, dass die Regierung spezielle Häuser für die vorübergehende Unterbringung von Einwanderer:innen – ausgestattete Container – errichten wird, um mehr Menschen in der südlichen Stadt Lyubimets unterzubringen. In diesen „Containern“ sollen bis zu 1.232 Personen untergebracht werden können.
Nachdem zwei Polizisten in der Schwarzmeerstadt Burgas von einem Bus mit 47 illegalen Einwanderern gerammt worden waren, wurden vor einer Woche die Grenzkontrollen in Bulgarien verschärft.
Der Busfahrer, selbst ein Migrant, der in einem staatlichen Flüchtlingszentrum lebt, hatte sich den Anweisungen der Polizei widersetzt und sich geweigert, an zwei Kontrollpunkten anzuhalten.
Der wohl weit verbreitete Korruption bei Grenzkontrollen wurde eine Teilschuld am Vorfall angekreidet und zwang die Regierung, härtere Maßnahmen gegen irreguläre Migration anzukündigen. Seit dem Vorfall wurden einige Polizeiaktionen durchgeführt und einige irreguläre Einwanderer gefasst.