Carl: "Die Zerstörung der biologischen Vielfalt ist langfristiger Selbstmord" [DE]
In einem EURACTIV-Interview hat Mogens Peter Carl, Generaldirektor von GD Umwelt, die Bedeutung der Artenvielfalt für die wirtschaftliche Entwicklung hervorgehoben. "Europa lebt über seine Verhältnisse" und sollte daher lernen, "mehr mit weniger zu produzieren", betonte Carl.
In einem EURACTIV-Interview hat Mogens Peter Carl, Generaldirektor von GD Umwelt, die Bedeutung der Artenvielfalt für die wirtschaftliche Entwicklung hervorgehoben. „Europa lebt über seine Verhältnisse“ und sollte daher lernen, „mehr mit weniger zu produzieren“, betonte Carl.
EURACTIV hat sich im Rahmen seiner Berichterstattung über die EU-‚Green Week’ über die Bedeutung des Erhalts der biologischen Vielfalt unterhalten (siehe also EURACTIV, 30. Mai 2006).
„Der Verlust an biologischer Vielfalt mag weniger dramatisch erscheinen als der Klimawandel und weniger besorgniserregend als die Sorge der Menschen um ihren Arbeitsplatz, aber deswegen ist sie noch lange nicht weniger wichtig oder dringlich. Die biologische Vielfalt ist im wahrsten Sinne des Wortes, unsere Lebensgrundlage“, unterstrich Carl. „Die Zerstörung der biologischen Vielfalt um kurzfristiger Profite willen ist langfristiger Selbstmord“, so der neue dänische Generaldirektor weiter. Mogens Peter Carl war von 2000 bis 2005 Generaldirektor für Handel.
Auf die Frage hin, ob das Konzept des „ökologischen Fußabdrucks“ nicht lediglich alte Debatten über die vom Club of Rome aufgebrachten „Grenzen des Wachstums“ wieder habe aufleben lassen, erwiderte Carl, dass die EU nicht versuche „Wachstum zu begrenzen“, sondern vielmehr versuche, mithilfe der Lissabon-Agenda „genau das Gegenteil“ hiervon zu erreichen. Andererseits räumte er ein, dass der Nutzung der Ressourcen der Erde „natürliche Grenzen“ gesetzt seien.
Was seinen „ökologischen Fußabdruck“ anbelange, „lebt Europa […] über seine Verhältnisse“, räumte Carl ein. „Angesichts des rasanten Wachstums der Weltbevölkerung müssen wir die Quadratur des Kreises schaffen, indem wir unsere Wirtschaften hinsichtlich der Art und Weise, wie wir Ressourcen nutzen, effizienter machen“.
Das vollständige Interview mit Mogens Peter Carl.