China bietet Unterstützung Griechenlands und des Euros vor EU-Gipfel an

Beijing hat am Samstag (2. Oktober) angeboten, griechische Schulden abzukaufen, und versprochen, einen stabilen Euro zu unterstützen und seinen Besitz europäischer Staatsanleihen nicht zu reduzieren. Damit hat es versucht, die Kritik an seiner Devisenpolitik vor einem EU-China-Gipfel diese Woche abzulenken.  

Wen_Jinbao.jpg
Wen_Jinbao.jpg

Beijing hat am Samstag (2. Oktober) angeboten, griechische Schulden abzukaufen, und versprochen, einen stabilen Euro zu unterstützen und seinen Besitz europäischer Staatsanleihen nicht zu reduzieren. Damit hat es versucht, die Kritik an seiner Devisenpolitik vor einem EU-China-Gipfel diese Woche abzulenken.

 

China liegt sich mit den USA über den Yuan in den Haaren und wird wahrscheinlich ähnliche Kritik während seiner Tour durch europäische Länder diese Woche erfahren. Das Land drückte seine Bereitwilligkeit aus, mit den 27 Nationen der EU zusammenzuarbeiten.

Er habe es klar gemacht, dass China einen stabilen Euro unterstütze, sagte der chinesische Premierminister, Wen Jiabao, während eines Besuchs in Griechenland zu Beginn seiner einwöchigen europäischen Tour. Sie würden die Anteile an europäischen Anleihen in ihrem Devisenportfolio nicht reduzieren, fügte er hinzu.

Wen, der am Samstag anbot, eine unbestimmte Summe an griechischen Regierungsanleihen zu kaufen, wenn das hoch verschuldete Land wieder anfangen wird, Anleihen herauszugeben, sagte am Sonntag, er sei erfreut, dass Griechenland beginne, aus dem Schatten seiner Schuldenkrise herauszutreten.

China hatte gesagt, es müsse seine Devisenvorräte breiter anlegen, und hatte spanische Anleihen gekauft. Chinesische staatliche Behörden waren im Allgemeinen konservativ in ihren Auslandsinvestitionen und die chinesische Regierung steht heimischer Kritik gegenüber für Verluste, die sie während der weltweiten Finanzkrise machten.

Den Yuan befreien

Auf dem Höhepunkt der europäischen Schuldenkrise in diesem Jahr drängten chinesische Beamte ihre europäischen Amtskollegen, da sie besorgt waren, die Krise könne der Weltwirtschaft schaden, zu handeln, um das Schuldenproblem zu lösen und das Vertrauen in den Euro zu erneuern.

Bislang hat Beijing jegliche internationale Diskussion seiner eigenen Devisenpolitik zurückgewiesen. Es blockierte gar den Versuch der G20-Chefs im Juni, seine eigene Entscheidung zu loben, eine größere Flexibilität in den Wechselkurs des Yuans einzuführen. Der Versuch der chinesischen Regierung, den Yuan von seiner Abhängigkeit vom Dollar zu befreien, werde der chinesischen Währung helfen zu steigen, sagte Dominique Strauss-Kahn, Leiter des IWF, am Samstag.

Im Vorfeld eines EU-China-Gipfels am 6. Oktober drängte Wen die Union, China als Marktwirtschaft anzuerkennen. Dieser Status würde das Land weniger verletzlich für Anti-Dumping-Beschuldigungen nach den WTO-Regeln machen.

Im Gegenzug bot China an, den Urheberschutz zu stärken und den bilateralen Handel auszubreiten. In seiner Ansprache vor dem griechischen Parlament sagte Wen mit Hilfe eines Dolmetschers, China verspreche, seine Investitionsumgebung zu verbessern, den Urheberschutz zu stärken, den bilateralen Handel zu erweitern, und die technologische Zusammenarbeit aufzurüsten.

Doch trotz seines Wachstums bleibe China ein Schwellenland, sagte Wen. Die grundlegende Realität Chinas, wie die Riesenbevölkerung, eine schwache wirtschaftliche Basis und ein unausgewogenes Wachstum hätten sich nicht wirklich verändert, sagte Wen dem Parlament.

Das BIP pro Kopf sei ein Achtel dessen Griechenlands und die Bevölkerung, die unterhalb der Armutsgrenze lebe, sei dreimal so hoch wie in Griechenland. China bleibe ein Schwellenland.

Wen und sein griechischer Amtskollege, George Papandreou, sagten in einer gemeinsamen Stellungnahme, die Nationen der Welt müssten ihre Wirtschaftspolitiken koordinieren, damit der globale Aufschwung einen sicheren Fußhalt finden könne.

Der globale Wirtschaftsaufschwung sei eine Reise mit vielen Richtungswechseln und ein völliger Ausstieg aus dieser jetzigen Phase bedürfe gemeinsamer Anstrengungen, sagte Wen am Sonntag. Er machte keinen Kommentar zum Yuan. Am Samstag sagte er, er sei bereit mit der EU zusammenzuarbeiten, um die Finanzkrise anzugehen und das internationale Finanzsystem zu reformieren.

Er sei zuversichtlich, dass Griechenland auf dem richtigen Kurs sei, einer Schuldenkrise zu entkommen, die den Euro erschütterte, und man wolle die Zusammenarbeit mit Griechenland stärken, dem die schlimmste Rezession in Jahrzehnten bevorstehe.

Griechenland sei Chinas bester Freund in der EU, sagte Wen bei einem Treffen mit dem griechischen Oppositionsführer, Antonis Samaras. Das Volumen des bilateralen Handels sollte sich bis zum Jahr 2015 auf acht Milliarden Euro jährlich verdoppeln und traditionelle griechische Exporte wie Olivenöl sollten steigen.

Vor einigen Monaten habe China ein Abkommen unterschrieben, 290 Tonnen griechischen Olivenöls zu kaufen, so Wen. Den Abend zuvor habe er zum ersten Mal in seinem Leben ein Stück Brot in Olivenöl getunkt: „Es hat hervorragend geschmeckt.“

(EURACTIV mit Reuters.)