Davutoglu: EU-Beitritt der Türkei wäre "Friedenssignal für die Welt"

Der türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoglu dringt auf eine EU-Mitgliedschaft seines Landes. Dies ermögliche auch ein besseres Zusammenleben von Muslimen und Christen in Europa.

Euractiv.de
Wirbt für einen EU-Beitritt seines Landes: der türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoglu (li.) bei Bundeskanzlerin Angela Merkel in Berlin. © dpa.
Wirbt für einen EU-Beitritt seines Landes: der türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoglu (li.) bei Bundeskanzlerin Angela Merkel in Berlin. © dpa.

Der türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoglu dringt auf eine EU-Mitgliedschaft seines Landes. Dies ermögliche auch ein besseres Zusammenleben von Muslimen und Christen in Europa.

Der türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoglu hat Deutschland um mehr Unterstützung für einen EU-Beitritt seines Landes gebeten. Ein Beitritt ermögliche ein besseres Zusammenleben von Muslimen und Christen in Europa, sagte Davutoglu am Montag nach einem Treffen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel in Berlin.

Mit einer Aufnahme würde islamischen Terroristen der Nährboden für ihre Parolen eines Kulturkampfes entzogen. Wenn die Türkei bei EU-Gipfeln präsent wäre, würde dies einen ganz anderen Eindruck Europas ergeben. „Aber wenn kein muslimisches Land an einem EU-Gipfel teilnimmt, ergibt sich ein anderes Bild.“

Die Türkei sei als Brückenland zwischen Europa und dem Nahen Osten jahrhundertlang geübt im Ausgleich zwischen verschiedenen Regionen und Kulturen. „Ich bin immer noch der Meinung, das wäre ein sehr gutes Signal für die Völker in Europa und für die ganze Welt“, sagte der Regierungschef.

Präsident Recep Tayyip Erdo?an hatte in den vergangenen Monaten mehrfach betont, dass ein EU-Beitritt nicht mehr Priorität habe. Davutoglu schlug jedoch andere Töne an – auch in Richtung Bundesregierung. Deutschland sei bei den EU-Beitrittsverhandlungen eine große Hilfe gewesen, und er setze darauf, dass dies weiter der Fall sein werde, so der Ministerpräsident.

Merkel versetzte solchen Hoffnungen allerdings gleich einen Dämpfer. An ihrer grundsätzlichen „Skepsis über die Vollmitgliedschaft“ habe sich nichts geändert. Allerdings sei sie dafür, mit der Öffnung des Rechtsstaatskapital den nächsten Schritt in den Beitrittsverhandlungen zwischen der EU und der Türkei zu gehen.

Merkel mahnte, dass angesichts der großen Krisen endlich die seit Jahrzehnten schwelende Zypern-Krise gelöst werden müsse. Deutschland biete bei der Lösung des Konflikts um das türkisch besetzte Nordzypern seine Hilfe an. Wegen des Konflikts blockieren vor allem der EU-Staat Zypern und die Türkei seit langem eine engere Zusammenarbeit etwa von Nato und EU.