Deutsch-französische Einigung in Sachen Atommüll

Nach jahrelangen Verhandlungen haben sich Deutschland und Frankreich auf die deutsche Rücknahme von Atommüll geeinigt, der aktuell in Frankreich aufbereitet wird.

Euractiv.de
Radioactive,Waste,Barrels
Lediglich "drei bis fünf" Castoren werden nach Deutschland zurückgebracht. [<a href="https://www.shutterstock.com/de/image-photo/radioactive-waste-barrels-529476475" target="_blank" rel="noopener">Zoltan Acs / Shutterstock.com</a>]

Nach jahrelangen Verhandlungen haben sich Deutschland und Frankreich auf die deutsche Rücknahme von Atommüll geeinigt, der aktuell in Frankreich aufbereitet wird.

Demnach werden 152 Behälter mit deutschem Atommüll, die in La Hague im Nordwesten Frankreichs aufbereitet werden, nun doch im Nachbarland verbleiben, während lediglich „drei bis fünf“ Castoren nach Deutschland zurückgebracht werden.

In einem gemeinsamen Informationspapier der deutschen Wirtschafts- und Umweltministerien heißt es, bis 2024 sollen die besagten drei bis fünf Behälter mit hochradioaktiven Atomabfällen aus La Hague ins baden-württembergische Zwischenlager Philippsburg zurückgeführt werden, berichtet die FAZ.

Die Vereinbarung sieht im Gegenzug einen „finanziellen Ausgleich“ für Frankreich vor. Zudem sollen 30 leere Container in Deutschland gelagert werden. Die Höhe der zu leistenden Entschädigung wurde bisher nicht mitgeteilt.

Dass die Einigung derart lange dauerte, habe vor allem an „technischen Schwierigkeiten“ bei der geplanten Rückführung der ursprünglich 157 Behälter nach Philippsburg und ins nordrhein-westfälische Ahaus gelegen, so die Bundesministerien.

Die Grünen-Abgeordnete und Vorsitzende des Umweltausschusses im Bundestag, Sylvia Kotting-Uhl, forderte am Mittwoch derweil mehr Informationen zur Vereinbarung mit Frankreich. Die Bundesregierung müsse „transparent über Entschädigungszahlungen und Auswirkungen auf die Zwischen- und Endlagerung des Mülls aufklären“, so Kotting-Uhl gegenüber der dpa.