Deutsche Patriot-Raketen werden in polnisch-ukrainische Grenzregion verlegt

Die Bundeswehr wird in den kommenden Tagen mit der Verlegung von Patriot-Luftabwehrsystemen auf polnisches Territorium beginnen, nachdem sich Berlin und Warschau im vergangenen Monat darauf geeinigt hatten.

EURACTIV.pl
Wunstorf,,Germany,-,Jun,9,,2018:,German,Army,Military,Mobile
MIM-104 Patriot ist ein Boden-Luft-Raketensystem (SAM), das von den Vereinigten Staaten und mehreren anderen Ländern eingesetzt wird. Es wurde in den 1960er Jahren entwickelt und ursprünglich von Raytheon hergestellt. Im Laufe der Jahre wurde das System evaluiert und die derzeit von verschiedenen Ländern verwendeten Versionen unterscheiden sich voneinander. [Shutterstock/VanderWolf Images]

Die Bundeswehr wird in den kommenden Tagen mit der Verlegung von Patriot-Luftabwehrsystemen auf polnisches Territorium beginnen, nachdem sich Berlin und Warschau im vergangenen Monat darauf geeinigt hatten.

Die Verlegung der Patriots werde „in den nächsten Tagen“ beginnen, berichtete die dpa. Die ersten Soldat:innen brachen am Montag von Bad Sülze in Mecklenburg-Vorpommern aus auf.

„Insgesamt werden drei Batterien die kritische Infrastruktur des NATO-Verbündeten (Polen) in der Region nahe der ukrainischen Grenze schützen“, so die dpa.

MIM-104 Patriot ist ein Boden-Luft-Raketensystem (SAM), das von den Vereinigten Staaten und mehreren anderen Ländern eingesetzt wird. Es wurde in den 1960er Jahren entwickelt und ursprünglich von Raytheon hergestellt. Im Laufe der Jahre wurde das System evaluiert und die derzeit von verschiedenen Ländern verwendeten Versionen unterscheiden sich voneinander.

Das deutsche Angebot, Patriots in Polen zu stationieren, erfolgte nach einer Raketenexplosion in Przewodów nahe der polnischen Grenze zur Ukraine, bei der es sich ersten Untersuchungen zufolge um eine verirrte ukrainische Luftabwehrrakete handelte.

Das Angebot führte zu einer kleinen diplomatischen Krise zwischen Berlin und Warschau, da die polnische Regierung die Stationierung der Batterien in der Ukraine bevorzugte.

Anfangs lehnte das Bundesverteidigungsministerium den Vorschlag mit dem Hinweis ab, dass die Waffen Teil eines internen NATO-Luftabwehrsystems seien und nicht außerhalb des Bündnisses eingesetzt werden könnten.

Darüber hinaus warf der polnische Verteidigungsminister Mariusz Błaszczak seiner deutschen Amtskollegin Christine Lambrecht vor, die Vertraulichkeit der Verhandlungen über die Stationierung der Patriots zu verletzen.

Lambrecht hatte die Medien über das von Berlin unterbreitete Angebot informierte, obwohl Polen darum gebeten hatte, bis zum Abschluss der Vereinbarung keine Einzelheiten preiszugeben.