Deutsche wollen ein Ende des Koalitionspokers

Zwölf Wochen nach der Bundestagwahl und noch keine Regierung - eine große Mehrheit der Deutschen ist einer Umfrage zufolge damit unzufrieden.

epa05759362 (FILE) – A file picture dated 23 October 2014 shows German Chancellor Angela Merkel (R) and the President of the European Parliament, Martin Schulz (L) talk prior to the start of the EU Summit at the EU Council headquarters in Brussels, Belgium. Schulz on 29 January 2017 was officially nominated by the Social Democrats (SPD) party chair as SPD’s as top candidate to take on Chancellor Merkel in German general elections in September 2017. He is scheduled to be elected as party chairman during a extraordinary party confention in March.  EPA/OLIVIER HOSLET
SPD-Chef Martin Schulz und Bundeskanzlerin Angela Merkel. [EPA/OLIVIER HOSLET]

Zwölf Wochen nach der Bundestagwahl und noch keine Regierung – eine große Mehrheit der Deutschen ist einer Umfrage zufolge damit unzufrieden.

71 Prozent haben kein Verständnis dafür, “dass die Bildung einer neuen Bundesregierung so lange dauert”, ergab das RTL/n-tv-Trendbarometer, dessen Ergebnisse am Montag veröffentlicht wurden. Lediglich 23 Prozent der Bundesbürger seien der Auffassung, die Parteien sollten sich ruhig Zeit lassen. Fast zwei Drittel der Bundesbürger (64 Prozent) erwarten von den Parteien, sie sollten pragmatisch nach Lösungen suchen statt auf Einhaltung ihrer Wahlprogramme zu beharren.

Allerdings sind der Umfrage zufolge viele Bürger der Ansicht, die Parteien würden ohnehin den Wählerwillen ignorieren. Bei den Parteien schneiden in dieser Frage die AfD und die FDP am schlechtesten ab: Nur elf Prozent der Bundesbürger glauben, dass die AfD den Willen ihrer Wähler ernst nimmt. Von der FDP glauben das nur 13 Prozent der Deutschen. Zum Vergleich: 31 Prozent der Befragten billigen der CDU zu, dass sie den Wählerwillen respektiert. Über die Grünen denken das 25 Prozent, über SPD und CSU jeweils 21 Prozent und 17 Prozent glauben das von den Linken.

An ihrer Wahlentscheidung würden die Deutschen kaum etwas ändern. Die SPD verharrt an der 20-Prozent-Marke, die Union erhielte, wenn jetzt neu gewählt würde, mit 33 Prozent ebenfalls eine ähnliche Stimmenzahl. Die FDP würde allerdings deutlich schlechter, die Grünen würden deutlich besser abschneiden. Die Umfrage-Ergebnisse im Einzelnen: CDU/CSU 33 Prozent (Bundestagswahl 32,9), SPD 20 Prozent (20,5), FDP 8 Prozent (10,7), Grüne 12 Prozent (8,9), Linke 10 Prozent (9,2), AfD 12 Prozent (12,6).