Deutschland hat weltweit das beste Image

Erst Weltmeister im Fußball, nun auch beim Image: In der Rangliste der weltweit beliebtesten Nationen liegt Deutschland auf dem ersten Platz. Und das liegt nicht nur an der sportlichen Spitzenleistung. Wenig überraschend: Das Ansehen Russlands erleidet den stärksten Verlust.

Euractiv.de
Foto: Markus Winkler (CC BY-SA 2.0)
Foto: Markus Winkler (CC BY-SA 2.0)

Erst Weltmeister im Fußball, nun auch beim Image: In der Rangliste der weltweit beliebtesten Nationen liegt Deutschland auf dem ersten Platz. Und das liegt nicht nur an der sportlichen Spitzenleistung. Wenig überraschend: Das Ansehen Russlands erleidet den stärksten Verlust.

Zum ersten Mal nach 2009 erreichen die USA nicht den ersten Platz für das beste Nationenimage. Weltweit hat nämlich Deutschland das beste Image von 49 entwickelten Ländern sowie Schwellenländern.

Dies geht aus einer Studie (Nation Brands IndexSM – NBISM) des größten deutschen Marktforschungsinstituts GfK hervor. Die Studie misst die Wahrnehmung jedes Landes weltweit basierend auf 23 verschiedenen Merkmalen. Diese werden zu sechs Kategorien zusammengefasst, nach denen das nationale Image beurteilt wird: Exporte, Regierung, Kultur, Bevölkerung, Tourismus sowie Immigration/Investitionen. Für die diesjährige Studie wurden insgesamt 20.125 Interviews in 20 Ländern durchgeführt.

Deutschland gewinnt demnach am meisten Punkte hinzu. Zurückzuführen ist dies auch auf den Gewinn der Fußball-Weltmeisterschaft. So kann kein anderes der bewerteten Länder seine Punktzahl in einem der möglichen Teilbereiche so deutlich steigern, wie Deutschland in der Rubrik „sportliche Spitzenleistung“.

„Deutschland hat offensichtlich nicht nur von seiner herausragenden Leistung bei der FIFA Weltmeisterschaft profitiert, sondern auch von seiner Führungsrolle in Europa, seiner starken Wirtschaft sowie seiner international kontinuierlich wahrgenommenen politischen Verantwortung“, sagt Politikberater Simon Anholt, der die Studie entwickelt hat. „Deutschlands Punktzahl ist vor allem in den Bereichen ‚ehrliche und kompetente Regierung‘ gestiegen. Bei ‚Investitionsklima‘ und ’soziale Gleichheit‘ stehen die höchsten Punktzahlen zu Buche, die in der diesjährigenStudie unter allen Kategorien gemessen wurden.“

Im Gegensatz dazu erzielen die USA den geringsten Anstieg aller entwickelten Staaten. Während sie in Bereichen wie beispielsweise Kreativität, zeitgenössische Kultur und Bildungsinstitutionen nach wie vor als Nummer eins gesehen werden, liegen sie bei dem Thema „Engagement für weltweiten Frieden und Sicherheit“ nur auf Platz 19 von insgesamt 50 Nationen.

Beim Gesamtranking ergeben sich auf den Plätzen drei bis zehn im Vergleich zum Vorjahr keine Unterschiede: Hinter Deutschland und Amerika folgen Großbritannien, Frankreich, Kanada, Japan, Italien, die Schweiz, Australien und Schweden.

„In einem Jahr mit vielen internationalen Konfrontationen haben die Vereinigten Staaten vor allem in den Regionen deutlich an Boden verloren, in denen die Spannungen besonders stark waren“, Xiaoyan Zhao, Senior Vice President und Director of NBISM bei GfK, kommentiert. „Sowohl Russland als auch Ägypten haben die USA so deutlich wie noch nie herabgestuft – vor allem in Bezug auf das amerikanische Engagement für weltweiten Frieden und Sicherheit, sowie ihre Bewertung für die Kompetenz der US-Regierung. Auf globaler Ebene muss aber Russland die stärkste Kritik einstecken.“

In den vergangenen Jahren hatte sich das Image Russlands verbessert. In der diesjährigen Studie jedoch hat es die meisten Plätze aller 50 bewerteten Nationen verloren. Am stärksten ist der Wert in der Kategorie „Regierung“ gesunken und hier vor allem bei dem Merkmal für seine wahrgenommene Rolle für internationalen Frieden und Sicherheit. So deutlich hat kein anderes der 50 betrachteten Länder in einer Kategorie an Image eingebüßt. Insgesamt ist Russland in der diesjährigen Studie um drei Plätze auf Rang 25 gefallen. Argentinien, China und Singapur haben es überholt.

„Internationale Diplomatie spiegelt sich nicht nur in der öffentlichen Meinung wider“, erklärt Xiaoyan Zhao. „Politiker müssen sich bewusst sein, dass die Art und Weise, in der ihr Land weltweit wahrgenommen wird, einen deutlichen Einfluss auf seine Wirtschaft, seinen Handel und den Tourismus hat, ebenso wie auf seine diplomatischen und kulturellen Beziehungen zu anderen Nationen. Wie unser Partner Simon Anholt oft sagt, ist die letzte verbliebene Supermacht die weltweite öffentliche Meinung.“