Spanischer Geheimdienst warnt vor neuem Migrantenstrom nach Ceuta

Berichten zufolge fordern Nachrichten, die auf Facebook, WhatsApp und TikTok kursieren, die Menschen dazu auf, am 15. August – oder möglicherweise schon früher – um die Tarajal-Mole herumzuschwimmen, um die spanische Exklave zu erreichen.

EURACTIV.com
The National Police Have Begun The Screening Process To Assess Migrants’ Eligibility For Asylum In Ceuta Following The Mass Influx
Migranten in einem Strand in Ceuta. [Foto: Gabriela Sarda Nuñez/Europa Press via Getty Images]

Spanien bereitet sich auf einen erneuten Versuch von Tausenden von Migranten vor, Ceuta zu erreichen, nachdem Geheimdienstmitarbeiter zu dem Schluss gekommen sind, dass die Online-Aufrufe zu einer Massenüberquerung absolut glaubwürdig sind.

Diese neue Aktion ähnelt derjenigen von Ende Juli, scheint jedoch intensiver zu sein, da laut dem lokalen Sender SER eine größere Anzahl von Nachrichten im Internet kursiert.

Berichten zufolge fordern Nachrichten, die auf Facebook, WhatsApp und TikTok kursieren, die Menschen dazu auf, am 15. August – oder möglicherweise schon früher – um die Tarajal-Mole herumzuschwimmen, um die spanische Exklave an der nordafrikanischen Küste zu erreichen.

Letzte Woche gelangten bis zu 70.000 Migranten in das kleine spanische Gebiet Ceuta, in dem normalerweise etwa 85.000 Menschen leben; dabei kamen rund 141 Menschen bei dem Versuch ums Leben.

Heftige politische Reaktionen

Die meisten derjenigen, die die Grenze überquert hatten, seien inzwischen in das benachbarte Marokko zurückgeschickt worden, teilte Spanien mit, doch der Vorfall löste europaweit heftige politische Reaktionen aus.

Staats- und Regierungschefs aus 22 EU-Ländern unterzeichneten einen von Italiens Giorgia Meloni und Dänemarks Mette Frederiksen verfassten Brief ,in dem sie eine koordinierte europäische Reaktion forderten und die spanische Einwanderungsfreundliche Politik als „Anziehungsfaktoren“ kritisierten

Die Lage hat sich inzwischen beruhigt: Am Dienstag trafen sich die Innenminister online, um die spanische Reaktion zu loben und Unterstützung anzubieten.

Spanische Regierungsvertreter betonen, dass die Behörden bereit seien, jede Situation an der Grenze zu bewältigen – und erwarten von den marokkanischen Sicherheitskräften, dass sie kooperieren, um sicherzustellen, dass sich der frühere Vorfall nicht wiederholt.

Hinter verschlossenen Türen haben die spanischen Behörden ihre Verbündeten dazu gedrängt, den marokkanischen Behörden keine Schuld für die anfängliche Krise zu geben. 

Am Dienstag wich der EU-Migrationsbeauftragte Magnus Brunner wiederholt Fragen aus, ob marokkanische Behörden die Massenüberquerung nach Ceuta erleichtert hätten. Auf Behauptungen angesprochen , dass Beamte Migranten den Durchgang gestattet hätten, gab er stattdessen Schleusern und Desinformation die Schuld und lobte die anschließende Zusammenarbeit Marokkos.

Ines Fernandez-Pontes hat zu diesem Bericht beigetragen.

(mm)