Deutschland unterstützt Atom-Diskussionen auf europäischer Ebene
Die Idee ist aufgrund der angespannten Beziehungen Europas zu Washington wieder aufgekommen, aber die Gespräche befinden sich noch in einem sehr frühen Stadium.
Angesichts der zunehmend angespannten Beziehungen zwischen den USA und Europa und des Auslaufens eines wichtigen Atomwaffenabkommens in dieser Woche beginnt das seit langem pazifistische Deutschland, seine Haltung zum Thema Atomwaffen zu überdenken.
Bundeskanzler Friedrich Merz gab kürzlich bekannt, dass Deutschland mit anderen europäischen Mächten über die Einrichtung einer europaweiten nuklearen Abschreckung diskutiert. Auch wenn es höchst unwahrscheinlich ist, dass Berlin eigene Atomwaffen erwerben wird, beginnen europäische Länder wie Deutschland, sich für ihren Schutz über die USA hinaus umzusehen.
Amerikanisches Atomwaffenarsenal
Seit Jahrzehnten hängt der Schutz Europas weitgehend von der Bereitschaft Washingtons ab, im Falle eines möglichen Konflikts einzugreifen. Das amerikanische Atomwaffenarsenal spielt eine überragende Rolle bei der Schaffung dieser Abschreckung. Die Wiederwahl von US-Präsident Donald Trump – und die abfälligen Äußerungen des US-Präsidenten über das NATO-Bündnis und seine Drohungen, Grönland zu annektieren – haben jedoch Zweifel an der weiteren Tragfähigkeit dieser Dynamik aufkommen lassen.
Die USA haben derzeit im Rahmen der nuklearen Teilungsvereinbarungen der NATO Atomwaffen in Deutschland stationiert. Angesichts dessen fragt sich insbesondere Deutschland, wie es um die Zukunft der Sicherheitsgarantien der USA für Europa steht, fügte Archambault hinzu.
Der französische Präsident Emmanuel Macron hatte bereits angeboten, den nuklearen Schutzschild Frankreichs auf ganz Europa auszuweiten. Aber diese Idee kam nun wieder auf, da Merz in Berlin das Ruder übernommen hat. „Es gibt Diskussionen, die noch in den Kinderschuhen stecken“, sagte Merz letzte Woche.
Ausweitung des französischen nuklearen Schutzschildes
Es ist auch unklar, wie ernst es Frankreich mit der Ausweitung seines nuklearen Schutzschildes meint und wie das in der Praxis aussehen würde. Liviu Horowitz, Außenpolitikexperte am Deutschen Institut für Internationale Politik und Sicherheit (SWP), sagte, dass sich die aktuelle Diskussion eher auf gemeinsame Übungen mit Frankreich konzentriere, möglicherweise unter Beteiligung französischer Bomber, die für kurze Zeit in Deutschland stationiert würden.
„Die Aufnahme eines multilateralen Dialogs zwischen Frankreich, Großbritannien und Deutschland würde bedeuten, dass Deutschland in diesem Prozess mitreden kann“, fügte Archambault hinzu.
(cm)