Die Deutschen sind in Kauflaune

Sparen rentiert sich derzeit kaum. Darum investieren die deutschen Verbraucher ihr Geld lieber in größere Einkäufe. Laut GfK-Konsumklima-Index erreicht die Konsumlaune den höchsten Stand seit mehr als sieben Jahren.

Euractiv.de
Foto: Andreas Hermsdorf  / pixelio.de
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Sparen rentiert sich derzeit kaum. Darum investieren die deutschen Verbraucher ihr Geld lieber in größere Einkäufe. Laut GfK-Konsumklima-Index erreicht die Konsumlaune den höchsten Stand seit mehr als sieben Jahren.

Geld ausgeben ist bei den Deutschen derzeit beliebt. Das zeigt der GfK-Konsumklimaindex, der im Juli auf 8,9 Punkte steigt und damit den höchsten Wert seit Dezember 2006 erreicht. Anlass der Konsumfreudigkeit ist die Wertzinspolitik der Europäische Zentralbank (EZB) .

Den Nürnberger GfK-Marktforschern zufolge geben die Deutschen wegen der jüngsten EZB-Beschlüsse ihr Geld eher aus, statt es zu Mini-Zinsen anzulegen. „Denn dieses Zinssignal hat die Sparneigung regelrecht abstürzen lassen“, sagte GfK-Experte Rolf Bürkl. Zudem schauen die Konsumenten positiv in die Zukunft. Die konjunkturelle Entwicklung ebenso wie die Entwicklung der eigenen Finanzen bewerten die Bürger so gut wie seit drei Jahren nicht mehr. Die GfK befragt für ihre Konsumklimastudie monatlich etwa 2.000 Verbraucher.

Die neue Daten kommen eher überraschend, denn Ökonomen hatten nicht mit einem Anstieg gerechnet. Die EZB hatte Anfang Juni den Leitzins in der Euro-Zone auf das Rekordtief von 0,15 Prozent gesenkt, um die Kreditnachfrage anzukurbeln. Zudem hatte sie den Banken erstmals einen Strafzins auferlegt, wenn sie ihr Geld bei der EZB parken. Wegen der daraus resultierenden geringen Einlagenzinsen der Banken wird Sparen für die Kunden immer unattraktiver.

Vor allem größere Anschaffungen nehmen zu

Vor allem die Bereitschaft der Verbraucher zu größeren Anschaffungen wie Autos oder Möbel legte im Juni zu. Dies hat nach Worten von Berenberg-Bank-Analyst Christian Schulz mehrere Gründe: „Viele Jobs, steigende Löhne, schwindende Unsicherheit und niedrige Inflation.“ Die günstige Verbraucherstimmung und die merklichen Lohnsteigerungen würden den privaten Konsum und die konjunkturelle Dynamik beleben, sagte DIW-Konjunkturchef Ferdinand Fichtner.

Das Essener RWI-Institut hingegen rechnet für das dritte Quartal mit einer kleinen Dämpfung beim Konsum. Für ihren Indikator werten die Forscher Suchaufträge beim Internetriesen Google aus. Risikofaktoren für die Kauflaune bleiben laut GfK die Krisen in Syrien, der Ukraine und dem Irak. Sollten deshalb die Energiepreise spürbar steigen, dürfte dies die Konsumstimmung dämpfen, warnte Bürkl.

Zuvor hatte sich an der Kauflaune etwa wegen der Ukraine-Krise vier Monate lang kaum etwas geändert. Im Juni lag das GFK-Barometer bei 8,6 Zählern, zwischen März bis Mai jeweils bei 8,5 Punkten. Dennoch ist die Konsumfreude der Deutschen nicht neu: Bereits im vergangenen Jahr hatten sie so viel gekauft wie noch nie. Laut Statistischem Bundesamt gaben sie 2013 rund 1,6 Billionen Euro aus.