Draghi: "Das Schlimmste ist vorüber"
Im Kampf gegen die Schuldenkrise sieht Mario Draghi die Euro-Zone auf einem guten Weg. Gleichzeitig verteidigt der Präsident der Europäischen Zentralbank die Milliardenkredite für europäische Banken.
Im Kampf gegen die Schuldenkrise sieht Mario Draghi die Euro-Zone auf einem guten Weg. Gleichzeitig verteidigt der Präsident der Europäischen Zentralbank die Milliardenkredite für europäische Banken.
Zur Entwicklung der Schuldenkrise sagte Mario Draghi im Interview mit der "Bild"-Zeitung: "Das Schlimmste ist vorüber, aber es gibt auch noch Risiken. Die Lage stabilisiert sich. Die wichtigen Kennzahlen der Euro-Zone, wie Inflation, Leistungsbilanz und vor allem Haushaltsdefizite, sind besser als z.B. in den USA."
Das Vertrauen der Investoren kehre zurück und die EZB habe seit Wochen keine Staatsanleihen mehr zur Stützung kaufen müssen. "Der Ball liegt jetzt bei den Regierungen. Sie müssen die Euro-Zone dauerhaft krisenfest machen."
"Sollten sich die Inflationsaussichten verschlechtern, werden wir sofort vorbeugend eingreifen", sagte Draghi. Von den großzügigen Geldspritzen an den Bankensektor von insgesamt rund eine Billion Euro gingen keine Inflationsgefahren aus, weil das Geld zu großen Teilen nicht in den Wirtschaftskreislauf geflossen sei, sagte Draghi. Vielmehr hätten diese damit alte Verbindlichkeiten abgelöst.
"Natürlich gibt es Risiken und Nebenwirkungen, wenn Sie ein derart starkes Medikament einsetzen, wie es die knappe Billion Euro Zentralbankgeld war." Darauf habe der deutsche Bundesbankchef Jens Weidmann zu Recht hingewiesen und "ich bin mit ihm einer Meinung", so Draghi.
Vorbild Deutschland
Schon lange vor Nicolas Sarkozy habe er gesagt, dass Deutschland ein Vorbild sei, erklärte der Italiener weiter. "Das alte europäische Sozialstaats-Modell ist nämlich tot, weil es viel zu oft nicht ohne Schulden auskam. Die Deutschen haben es neu erfunden – ohne übermäßige Schulden."
dto
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Bild: "Deutschland ist ein Vorbild" (22. März 2012)