Druck auf albanische Regierung wächst trotz energischen Energiesparmaßnahmen

Die albanische Regierung hat neue Maßnahmen zur Bewältigung der anhaltenden Energiekrise angekündigt. Dazu gehören geplante Stromsperren im ganzen Land und "freie Tage" für den öffentlichen Sektor, während die Bürgerproteste anhalten.

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"Ab 12 Uhr nachts werden die Gemeinden gebeten, die Beleuchtung für die nicht notwendigen Bereiche einzustellen. Wir werden auf Importe zurückgreifen, da wir so wenig Energie wie möglich verbrauchen müssen, um nicht leer auszugehen", sagte die albanische Energieministerin Belinda Balluku am Sonntag.

Die albanische Regierung hat neue Maßnahmen zur Bewältigung der anhaltenden Energiekrise angekündigt. Dazu gehören geplante Stromsperren im ganzen Land und „freie Tage“ für den öffentlichen Sektor, während die Bürgerproteste anhalten.

Energieministerin Belinda Balluku kündigte an, dass die wichtigsten Straßen des Landes nach Mitternacht von der Stromversorgung abgeschnitten sein werden. Die Gemeinden werden außerdem aufgefordert, unnötige Straßenbeleuchtung einzuschränken.

„Ab 12 Uhr nachts werden die Gemeinden gebeten, die Beleuchtung für die nicht notwendigen Bereiche einzustellen. Wir werden auf Importe zurückgreifen, da wir so wenig Energie wie möglich verbrauchen müssen, um nicht leer auszugehen“, sagte sie am Sonntag.

Albanien hat in den letzten 30 Jahren stark in die Wasserkraft investiert. Das Problem ist, dass der Strom hauptsächlich im Frühjahr und Sommer erzeugt und ins Ausland verkauft wird, sodass der Strom in den Wintermonaten, wenn der Verbrauch hoch ist, zu einem höheren Preis zurückgekauft werden muss.

Darüber hinaus hat die Regierung am Freitag angekündigt, dass alle öffentlichen Einrichtungen, einschließlich Schulen und Kindergärten, am Montag geschlossen bleiben, um Energie zu sparen. Da Dienstag Feiertag ist, werden die öffentlichen Einrichtungen vier Tage lang keine Energie verbrauchen.

Unterdessen setzten die Bürger:innen des Landes ihre Proteste am Samstag fort und versammelten sich auf dem zentralen Platz in Tirana, bevor sie zum Sitz des Premierministers zogen.

Anwesend waren Student:innen, Aktivist:innen, Angehörige des linken und rechten politischen Spektrums, Landwirt:innen, Behindertenorganisationen, Beschäftigte im Tourismussektor und Bewohner:innen, deren Häuser von der Regierung abgerissen wurden.

Mehrere Tausend Menschen nahmen an der Demonstration teil und trugen albanische und ukrainische Flaggen sowie Plakate mit der Aufschrift „Hört auf, uns zu bestehlen“.

Sie kündigten an, dort zu bleiben, ähnlich wie bei den „Occupy-Protesten“, bei denen die Polizei laut Medienberichten und Demonstrant:innen vor Ort erneut Gewalt anwendete. Der jüngste Ausbruch von Polizeigewalt folgt auf Hunderte von Festnahmen friedlicher Demonstrant:innen und Übergriffe auf mehrere Journalist:innen.

Sowohl die Europäische Kommission als auch der albanische Ombudsmann riefen die Polizei zur Zurückhaltung auf und eine Gruppe lokaler zivilgesellschaftlicher Organisationen forderte, das Versammlungsrecht zu respektieren.