EHEC: EU-Kommission ermahnt Deutschland

Über die Quelle des tödlichen EHEC-Keims wird weiter gerätselt. Die EU-Kommission fordert von Deutschland, sich bei der Suche mehr anzustrengen. Bundesagrarministerin Ilse Aigner will EU-Hilfe für deutsche Landwirte.

Eine Tomatenzucht in Nordrhein-Westfalen. Die EHEC-Krise hat bei deutschen Landwirten zu Umsatz-Einbußen in Millionenhöhe geführt. Hilft die EU? Foto: dpa.
Eine Tomatenzucht in Nordrhein-Westfalen. Die EHEC-Krise hat bei deutschen Landwirten zu Umsatz-Einbußen in Millionenhöhe geführt. Hilft die EU? Foto: dpa.

Über die Quelle des tödlichen EHEC-Keims wird weiter gerätselt. Die EU-Kommission fordert von Deutschland, sich bei der Suche mehr anzustrengen. Bundesagrarministerin Ilse Aigner will EU-Hilfe für deutsche Landwirte.

EU-Gesundheitskommissar John Dalli hat Deutschland dazu ermahnt, seine Bemühungen bei der Suche nach der EHEC-Infektionsquelle zu verstärken. Zugleich wies Dalli am Mittwoch ein generelles Produktverbot insbesondere für gewisse spanische Produkte zurück. Tests an spanischen Gurken hätten keine positiven Ergebnisse gebracht. Neue Erkenntnisse über den Ursprung des Erregers gäbe es nicht. Klar sei jedoch, dass in Hamburg und Umgebung das Zentrum der EHEC-Infektionen liege.

Zugleich warnte Dalli vor Hysterie. Trotz der Todesfälle in Deutschland und Schweden ginge die Zahl der Neuerkrankungen zurück. Die EU habe ihr Krisenmanagement verbessert und arbeite eng mit den Behörden der Mitgliedsstaaten zusammen. Dadurch könnten zeitnahe Informationen geliefert werden. Das Referenzlabor der Europäischen Union in Rom habe eine neue Methode zur Erkennung des Erregers innerhalb von 48 Stunden entwickelt.

EU-Entschädigungen für spanische und deutsche Bauern?

Warnungen zu spanischen Gurken hat die EU-Kommission aufgehoben und angekündigt, die Schäden der spanischen Gemüsebauern aufzufangen.

Bundesagrarministerin Ilse Aigner will sich auf EU-Ebene für eine Entschädigungen der deutschen Landwirte für Einnahmeausfälle infolge der EHEC-Infektionen stark machen.

Sie werde am Nachmittag dazu mit EU-Agrarkommissar Dacian Ciolos sprechen, sagte Aigner am Mittwoch in Berlin. Kritik am Krisenmanagement wies Aigner vor einer Sondersitzung des Agrar- und Verbraucherschutzausschusses wie auch in der Sitzung zurück. Die Behörden hätten von Anfang an zusammengearbeitet.

Bislang sei es aber nicht gelungen, die Ursache des Geschehens zu finden, räumte sie ein. Die Experten seien sich nach der Befragung von Patienten einig, dass vor allem Tomaten, Gurken und Blattsalate, die hauptsächlich in Norddeutschland verzehrt worden seien, als Überträger infrage kämen. Die Verunreinigungen könnten nicht nur bei der Erzeugung sondern auch bei Transport und Verpackung entstanden sein.

Spanien erwägt derweil eine Schadenersatz-Klage gegen die Hamburger Behörden, die spanische Gurken fälschlicherweise als EHEC-Quelle ausgemacht hatten. Der Streit belastet inzwischen das spanisch-deutsche Verhältnis, wie die Financial Times Deutschland berichtet

awr mit EURACTIV/rtr

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Presse

FTD: Wie Ehec die deutsche Landwirtschaft krank macht (1. Juni 2011)

FTD: Deutschland vergurkt Freundschaft zu Spanien (31. Mai 2011)

EU-Kommission: Statement by Commissioner Dalli on the E. coli outbreak (1. Juni 2011)

EU-Kommission: EHEC-Ausbruch in Deutschland (27. Mai 2011)

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EHEC: Vorschnelle Verurteilung Spaniens? (27. Mai 2011)