Seit Wochen erklären die Vereinigten Staaten und ihre westlichen Verbündeten, dass ein vollständiger Einmarsch der russischen Streitkräfte in die Ukraine verheerende Wirtschaftssanktionen nach sich ziehen würde.
Washington verhängte bereits am Montag (21. Februar) begrenzte Sanktionen, verzichtete aber auf die Einführung von Sanktionen, die Russland zu einem „internationalen Paria“ machen würden. Beobachter:innen rätselten, was in den Augen von Präsident Joe Biden tatsächlich dazu führen würde.
Eine Pressekonferenz des Weißen Hauses mit weiteren Ankündigungen war für Dienstagabend geplant.
Am Dienstag (22. Februar) verhängte Großbritannien Sanktionen gegen fünf russische Banken und drei Milliardäre. Premierminister Boris Johnson bezeichnete dies als „erstes Sperrfeuer“ von Maßnahmen gegen Vorgehen des Kremls in der Ukraine.
Bei den fünf von Großbritannien ins Visier genommene Banken – Rossiya, IS Bank, General Bank, Promsvyazbank und Black Sea Bank – sowie den drei sanktionierten Personen werden jegliche Vermögenswerte im Vereinigten Königreich eingefroren.
Den betroffenen Personen – Gennady Timchenko, Boris Rotenberg und Igor Rotenberg – wird die Einreise in das Vereinigte Königreich verweigert, und allen britischen Personen und Einrichtungen wird untersagt, mit ihnen und den Banken Geschäfte zu machen.
Die Schweiz zögert noch mit seinen Sanktionen gegen Russland, wird aber die Situation neu bewerten, sobald die EU ihr Sanktionspaket angekündigt hat, sagte die Schweizer Staatssekretärin Livia Leu am Montag vor Reporter:innen.
Nach Russlands Annexion der Krim 2014 hatte die Schweiz sich nicht an den Sanktionen seiner westlichen Partner beteiligt. Die Schweiz beschloss damals lediglich Maßnahmen, um zu verhindern, dass das Land für eine Umgehung der EU-Sanktionen genutzt werden könnte. Obwohl dies eine ähnliche Wirkung entfaltete, wurde Bern damals dafür kritisiert, die falsche politische Botschaft an Moskau zu senden.
**Oliver Noyan hat zu diesem Artikel beigetragen.