EU-Mitgliedschaft: 60 Prozent der Ukrainer sind bereit zu warten
Die Mehrheit der Ukrainer - 60 Prozent - ist bereit, den Erwerb der EU-Mitgliedschaft aufzuschieben. Die Ukraine sollte ihre Interessen bei den Verhandlungen mit der EU nicht im Tausch für eine schnellere Aufnahme zurückstecken.
Die Mehrheit der Ukrainer – 60 Prozent – ist bereit, den Erwerb der EU-Mitgliedschaft aufzuschieben. Die Ukraine sollte ihre Interessen bei den Verhandlungen mit der EU nicht im Tausch für eine schnellere Aufnahme zurückstecken.
Laut einer Umfrage des Forschungsinstituts KIIS, die von der EU-Beratungsmission in der Ukraine in Auftrag gegeben wurde, bevorzugen nur 27 Prozent der Ukrainer eine beschleunigte Integration in die EU.
Fünf Prozent der Befragten sind gegen eine Mitgliedschaft der Ukraine in der EU.
Die Befragten schätzen mehrheitlich, dass die Ukraine noch nicht bereit ist, der Europäischen Union beizutreten. So betrachten nur 22 Prozent die Ukraine für voll und ganz bereit, während 43 Prozent Reformen für notwendig halten. Weitere 25 Prozent sind der Meinung, dass die Ukraine überhaupt nicht bereit sei.
77 Prozent der Befragten sagen, dass es für sie wichtig ist, dass die Ukraine Mitglied der EU wird. Davon sagen 51 Prozent, dass dies für sie sehr wichtig ist.
Gleichzeitig nimmt der Anteil derjenigen, für die es wichtig ist, dass die Ukraine Mitglied der EU wird, von West nach Ost ab – von 86 Prozent auf 62 Prozent. Generell wird die Mitgliedschaft in der Europäischen Union jedoch in allen Regionen als wichtig erachtet.
Am Dienstag (24. Oktober) betonte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj vor den in Brüssel versammelten EU-Kommissaren, dass die Ukraine alle Empfehlungen der Europäischen Kommission umgesetzt habe und bereit sei, Beitrittsverhandlungen mit der EU aufzunehmen.
Medienberichten zufolge bereitet die Europäische Kommission für den 8. November eine positive Bewertung der Fortschritte der Ukraine bei den Reformen vor, die sie für einen weiteren EU-Beitritt durchführen muss. Diese Bewertung könnte jedoch noch weitere Bedingungen enthalten.
Presseberichten zufolge wird Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen der Ukraine wahrscheinlich zeitnah einen Besuch abstatten. Dies könnte darauf hindeuten, dass die Bewertung der Fortschritte Kyjiws bei den Reformen positiv ausfallen wird.
Dieser Artikel erschien ursprünglich bei Euractivs Medienpartner European Pravda.