EU-Parlament setzt in Wahlaufruf auf emotionale Zeitzeugenberichte
Mit emotionalen Zeitzeugenberichte erinnert das Europäische Parlament an die Teilnahme an den Europawahlen im Juni. Am Montag (28. April) startete es eine Kampagne, die auf die Erfahrungen der Bürger mit Krieg und Diktaturen zurückblickt, und zur Wahrung der Demokratie aufruft.
Mit emotionalen Zeitzeugenberichte erinnert das Europäische Parlament an die Teilnahme an den Europawahlen im Juni. Am Montag (28. April) startete es eine Kampagne, die auf die Erfahrungen der Bürger mit Krieg und Diktaturen zurückblickt, und zur Wahrung der Demokratie aufruft.
Letzte Woche hielt das EU-Parlament seine letzte Plenartagung in seiner derzeitigen Zusammensetzung vor den Europawahlen am 6. bis 9. Juni ab. Nun fokussieren sich die meisten Abgeordneten auf ihren Wahlkampf.
Doch nicht nur die Parteien selbst starten diese Woche in den Wahlkampf. Das EU-Parlament selbst will die letztmalige Wahlbeteiligung von 50,66 Prozent toppen.
„Die Idee ist, die Botschaft zu vermitteln: Nutze deine Stimme, lasst euch die Demokratie nicht so einfach nehmen. Sie ist keine Selbstverständlichkeit und du musst sie verteidigen“, sagte ein Sprecher des Parlaments gegenüber Euractiv.
Vor dem Hintergrund des russischen Einmarsches in die Ukraine und antidemokratischer Tendenzen in Europa stellt die Geschichte der Demokratie auf dem Kontinent einen Schwerpunkt der Kampagne dar.
Ein Video zeigt Europäer, die ihre Enkel an ihre Erfahrungen mit Diktaturen und Krieg und an die Errungenschaften des europäischen Friedens erinnern.
Das Parlament als Institution ist der Überparteilichkeit verpflichtet.
„Weil es unterschiedliche Meinungen über die EU gibt, hat man sich für eine Pro-Demokratie Kampagne entschieden“, erklärte der Sprecher. „Da kann eigentlich niemand, der auf dem Boden der Verfassung steht, was dagegen sagen.“
Die Kampagne warnt die Öffentlichkeit deutlich: Die Demokratie ist in Gefahr. „Nutze deine Stimme, sonst entscheiden andere für dich.“
Die Botschaft wird durch Zeitzeugen unterstützt. Diese berichten jungen Leuten über den Zweiten Weltkrieg, den Holocaust und den Einmarsch der Nazis in Frankreich sowie über den Prager Frühling von 1968 und den Fall der Berliner Mauer.
Das EU-Parlament verfügt über ein Budget von 37 Millionen Euro für seine Kampagne, was 0,08 Euro pro wahlberechtigtem EU-Bürger entspricht.
Um dieses Budget effektiv zu nutzen, hat das Parlament auch die Hilfe von Influencern und Kreativschaffenden in Anspruch genommen, um das Bewusstsein für die Institution und die Wahlen zu erhöhen.
[Bearbeitet von Oliver Noyan/Alice Taylor]