EU-Recyclingregeln: Mobile Sammelstellen für Textilien in Warschau

Nach einigen Problemen mit der Umsetzung der neuen EU-Regeln hat die polnische Hauptstadt eine Lösung für die Sammlung von Textilien gefunden. An 42 Standorten in Warschau wurden mobile Sammelstellen eingerichtet.

EURACTIV.pl
Old clothes
Am 1. Januar 2025 trat die Richtlinie in Kraft trat, die EU-Mitgliedstaaten dazu verpflichtet, ein selektives Sammelsystem für Textilien einzuführen. [Hendrik Schmidt/picture alliance via Getty Images]

Nach einigen Problemen mit der Umsetzung der neuen EU-Regeln hat die polnische Hauptstadt eine Lösung für die Sammlung von Textilien gefunden. An 42 Standorten in Warschau wurden mobile Sammelstellen eingerichtet.

Warschau – Seit dem 1. Januar sind EU-Mitgliedstaaten verpflichtet, ein selektives Sammelsystem für Textilien einzuführen. Lokale Behörden seien jedoch nicht vorbereitet gewesen, hatten sich viele Polen beschwert.

Die neuen Vorschriften für die Trennung von Textilien sind ein Schritt in Richtung einer umweltfreundlicheren Abfallwirtschaft. Schuhe, Kleidung und andere Textilien sollen an ausgewiesenen Sammelstellen und nicht im Hausmüll entsorgt werden – bei Nichteinhaltung kann eine Geldstrafe verhängt werden.

Für die Gesetzesumsetzung sind lokalen Kommunen verantwortlich. Sie müssen Einwohnern die Möglichkeit bieten, Kleidung und Schuhe über lokale Sammelstellen für selektive Abfälle (PSZOK) ordnungsgemäß zu entsorgen. Allerdings sind sie nicht verpflichtet, die Abfälle direkt bei den Haushalten abzuholen. Das hatte zu Unmut bei Bewohnern geführt, da es beispielsweise an Sammelstellen fehlte.

Der Containermangel hat viele Menschen dazu veranlasst, kreative Lösungsmöglichkeiten zu finden – zum Beispiel das absichtliche Verschmutzen der Kleidung mit Öl, um sie in den Haushaltsabfall geben zu können. 

Mobile Sammelstellen sollen Abhilfe schaffen

Seit Anfang März können die Einwohner nun gebrauchte Textilien an 42 mobilen Sammelstellen in ganz Warschau an ausgewählten Wochentagen abgeben.

Laut Stadtverwaltung werden nicht mehr wiederverwendbare Textilien ordnungsgemäß verarbeitet, wodurch die Menge der auf Deponien entsorgten Abfälle reduziert werde.

Die Behörden in Lodz haben einen anderen Ansatz gewählt. Bis Ende Januar hat die Stadt über 50 Container für gebrauchte Kleidung und Textilien zur Verfügung gestellt. Außerdem hat der Stadtrat hat eine Vereinbarung mit einem Unternehmen unterzeichnet, das gebrauchte Kleidung kostenlos einsammelt, sortiert und recycelt.

Werden die Vorschriften zur Abfalltrennung nicht eingehalten, drohen Bußgelder bis zu 5.000 Zloty (1.200 €). Darüber hinaus können die Entsorgungsgebühren erhöht werden, wenn Textilien im gemischten Abfall gefunden werden.