EU-Regierungschefs wollen Rettungsfonds verdoppeln

Kurz vor Beginn Krisengipfels arbeiten die Euro-Länder an einer massiven Ausweitung der geplanten Rettungsschirme für strauchelnde Staaten. Medienberichten zufolge könnten EFSF und ESM künftig gleichzeitig eingesetzt werden.

Die Euro-Länder erwägen offenbar ein doppeltes Sicherungssystem für strauchelnde Staaten: Der Rettungsfonds EFSF könnte weiterlaufen, wenn Mitte kommenden Jahres der dauerhafte Euro-Rettungsschirm ESM in Kraft tritt. Foto: EC
Die Euro-Länder erwägen offenbar ein doppeltes Sicherungssystem für strauchelnde Staaten: Der Rettungsfonds EFSF könnte weiterlaufen, wenn Mitte kommenden Jahres der dauerhafte Euro-Rettungsschirm ESM in Kraft tritt. Foto: EC

Kurz vor Beginn Krisengipfels arbeiten die Euro-Länder an einer massiven Ausweitung der geplanten Rettungsschirme für strauchelnde Staaten. Medienberichten zufolge könnten EFSF und ESM künftig gleichzeitig eingesetzt werden.

Die Staats- und Regierungschefs der EU werden einem Bericht der Financial Times zufolge auf dem bevorstehenden EU-Gipfel am Donnerstag über eine Stärkung der finanziellen Mittel gegen die Schuldenkrise beraten.

Grundlage der Diskussion sei unter anderem der Vorschlag, den vorläufigen Euro-Rettungsschirm EFSF und den dauerhaften Finanzierungsmechanismus ESM für einen gewissen Zeitraum gleichzeitig einzusetzen, meldet die Zeitung unter Berufung auf ranghohe EU-Vertreter. Dadurch würden die Anti-Krisenmittel fast verdoppelt.

Einige Staaten sind der Financial Times zufolge offenbar noch skeptisch. Die Befürworter des Doppelschirms glauben aber, dass damit eine dreifach gesicherte Brandmauer ("Firewall") zur Euro-Rettung geschaffen werden kann. Neben der parallelen Sicherung durch EFSF und ESM sollen die Zahlungen aus der Euro-Zone an den Internationalen Währungsfonds (IWF) erhöht werden, damit dieser mehr Kraft erhält, um Krisenstaaten unter die Arme zu greifen.

Der EFSF kann faktisch nur Kredithilfen an Notländer von insgesamt 440 Milliarden Euro ausgeben. Der ESM soll Kredite über 500 Milliarden Euro vergeben können. Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Staatspräsident Nicolas Sarkozy wollen den ESM möglichst schnell einführen. Die US-Aktienmärkte und der Euro legten am Dienstagabend nach Veröffentlichung des Zeitungsberichts zu.

EURACTIV/rtr/dto

Links

Presse

FT: EU talks on doubling financial firewall (6. Dezember 2011)

Mehr zum Thema auf EURACTIV.de

Merkels und Sarkozys neuer Euro-Rettungsplan (6. Dezember 2011)

S&P sanktioniert politische Uneinigkeit der Euro-Länder (6. Dezember 2011)

François Hollande: Kein Land darf Lektionen erteilen (5. Dezember 2011)

Widerstand gegen EU-Vertragsänderung wächst (5. Dezember 2011)