CEO eines deutschen Verteidigungs-Start-ups nach russischem Komplott untergetaucht

„Ich kämpfe gegen den russischen Militärgeheimdienst um mein Leben“, sagte Donaustahl Chef Stefan Thumann. Er erklärte, dass deutsche Behörden ihn Ende 2025 vor dem Plan des russischen Geheimdienstes gewarnt hätten.

AFP
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Eine Maus-Kamikaze-Drohne von Donaustahl. [Foto: Sean Gallup/Getty Images]

Der Chef eines deutschen Rüstungs-Start-ups, das Angriffsdrohnen an die Ukraine liefert, lebt Berichten vom Dienstag zufolge seit Monaten im Untergrund, da ihm angeblich ein russisches Attentat droht.

Donaustahl-Chef Stefan Thumann erklärte in einem gemeinsamen Interview mit dem Sender RTL und dem Magazin Stern, dass deutsche Behörden ihn Ende 2025 vor dem Plan des russischen Geheimdienstes gewarnt hätten.

Der Geschäftsführer – dessen Unternehmen unter anderem Angriffs- und Aufklärungsdrohnen sowie Software für Militärdrohnen herstellt – sagte, er lebe seitdem praktisch im Untergrund. „Ich kämpfe mit dem russischen Militärgeheimdienst um mein Leben“, sagte er. „Ständige Ortswechsel, 24-Stunden-Personenschutz – mein Privatleben gibt es nicht mehr“, fügte er hinzu.

Die Staatsanwaltschaft gab im März die Festnahme von zwei sogenannten „Wegwerf-Agenten“ bekannt – die oft für relativ geringe Summen angeworben und nur wenig geschult werden –, die den Geschäftsführer angeblich ausspioniert hatten, um das Attentat vorzubereiten.

Einsatz eines Nervengifts

Doch die Gefahr für ihn ist möglicherweise noch nicht gebannt, hieß es in den Berichten. RTL zitierte einen deutschen Abgeordneten, der sagte, die gegen ihn gerichteten Pläne seien bereits weit fortgeschritten gewesen und hätten den Einsatz eines Nervengifts vorgesehen.

Der 39-Jährige sagte, nach dem „Schock“, von dem Komplott erfahren zu haben, habe er sein Testament verfasst und eine Organspenderkarte ausgefüllt. „Dinge, die man in meinem Alter normalerweise nicht wirklich im Blick hat“, sagte er.

Er schläft neben seinem Computer und beginnt sofort nach dem Aufwachen mit der Arbeit, um nicht über seine persönliche Situation nachzudenken. Der Krieg in der Ukraine sei zu seinem „ganz persönlichen Krieg“ geworden, fügte er hinzu.

Donaustahl gehört zu einer Reihe von Start-ups im Bereich Verteidigungstechnik in Deutschland, die durch die Entwicklung von Hightech-Drohnen, die im Ukraine-Konflikt eine immer zentralere Rolle spielen, an Bedeutung gewonnen haben.

Im Jahr 2024 vereitelten die Vereinigten Staaten laut einem CNN-Bericht ein russisches Komplott zur Ermordung des Vorstandsvorsitzenden des deutschen Rüstungsriesen Rheinmetall, Armin Papperger. Rheinmetall ist Deutschlands größter Rüstungskonzern und ein wichtiger Lieferant von Munition und Waffen an die Ukraine.

(cm)