EU reguliert außerbörslichen Derivate-Handel

Der unkontrollierte außerbörsliche Derivate-Handel gilt als einer der Auslöser der weltweiten Finanzkrise. Das EU-Parlament hat heute eine Verordnung verabschiedet, die den Derivate-Handel transparenter und kontrollierbarer machen soll.

Werner Langen (CDU) hat als Berichterstatter die nun verabschiedete EU-Verordnung über OTC-Derivate, zentrale Gegenparteien und Transaktionsregister mit ausgehandelt. Foto: EP
Werner Langen (CDU) hat als Berichterstatter die nun verabschiedete EU-Verordnung über OTC-Derivate, zentrale Gegenparteien und Transaktionsregister mit ausgehandelt. Foto: EP

Der unkontrollierte außerbörsliche Derivate-Handel gilt als einer der Auslöser der weltweiten Finanzkrise. Das EU-Parlament hat heute eine Verordnung verabschiedet, die den Derivate-Handel transparenter und kontrollierbarer machen soll.

Das Europäische Parlament hat am Donnerstag (29. März) mit großer Mehrheit Regeln für den außerbörslichen Derivate-Handel (EMIR) beschlossen. Rat und Parlament hatten sich im Februar auf einen Kompromiss geeinigt. Demnach werden Finanzprodukte standardisiert und ihr Handel durch die nationalen Aufsichtsbehörden überwacht, da sie über Clearingstellen abgewickelt werden müssen. Die europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA) bekommt eingeschränkte Aufsichtsmöglichkeiten über die Clearingstellen.

Für den zuständigen Berichterstatter Werner Langen (CDU) hat das EU-Parlament damit "ein Herzstück der Finanzmarktregulierung" verabschiedet. "Dreieinhalb Jahre nach der Lehman-Pleite sorgen wir endlich dafür, dass diese risikoreichen Finanzwetten abgesichert und gemeldet werden", sagte Langen nach der Abstimmung.

Das neue EU-Gesetz wird 20 Tage nach seiner Veröffentlichung im EU-Amtsblatt in Kraft treten.

Regeln für Billionen-Dollar-Markt

Mit der Verordnung reguliert die EU einen bisher intransparenten Teil des Finanzmarktes, der nach Angaben der Bank für internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) 2011 ein Nominalvolumen von 707 Billionen US-Dollar und einen "Versicherungswert" von etwa 20 Billionen US-Dollar umfasste.

OTC- Derivate gelten als eine der Hauptursachen der Finanzmarktkrise, weil Transparenz und Eigenkapitalunterlegung fehlten und am Tag der Lehmanpleite nach US-Angaben nur 1,24 Prozent der Geschäfte und "Wetten" im Interbankenverkehr in den Bilanzen der US-Institute erkennbar waren.

Red.

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EU-Parlament:
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