EU steht vor Abkommen über Zeitarbeit [DE]

Nach 25 Jahren der Diskussionen steht die EU kurz davor, eine Einigung über eine Richtlinie zu Zeitarbeit zu erzielen, nachdem das Vereinigte Königreich eine weniger harte Position zum Thema angenommen zu haben scheint. Großbritannien akzeptiert somit das Prinzip der Gleichbehandlung von Zeitarbeitern im Gegenzug für die Liberalisierung des Sektors.

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Nach 25 Jahren der Diskussionen steht die EU kurz davor, eine Einigung über eine Richtlinie zu Zeitarbeit zu erzielen, nachdem das Vereinigte Königreich eine weniger harte Position zum Thema angenommen zu haben scheint. Großbritannien akzeptiert somit das Prinzip der Gleichbehandlung von Zeitarbeitern im Gegenzug für die Liberalisierung des Sektors.

Während der letzten 25 Jahre hat es das Vereinigte Königreich erfolgreich geschafft, die Fähigkeit von Zeitarbeitsagenturen zu schützen, Arbeitssuchende zu beschäftigen, die schlechter bezahlt werden und weniger Vorteile in Hinsicht auf Arbeitsplatzsicherheit, Urlaub und Sozialleistungen haben als gewöhnliche Arbeitnehmer. 

Viele Zeitarbeitsagenturen haben jedoch die Notwendigkeit erkannt, besser qualifiziertes Personal anzuziehen, um mit dem regulären Arbeitsmarkt konkurrieren und den schlechten Ruf des Sektors ablegen zu können. Im Februar 2007 haben Eurociett, ein Wirtschaftsverband, zu dem die größten Zeitarbeitsagenturen in Europa gehören, und UNI-Europa, der europäische Zweig der weltweiten Dienstleistungsgewerkschaft, eine gemeinsame Erklärung zu Zeitarbeit und Flexicurity abgegeben, welche die ‚Bedeutung einer gerechten Balance zwischen dem Schutz der Leiharbeitnehmer und der Stärkung der positiven Rolle, die Zeitarbeitsagenturen auf vielen europäischen Arbeitsmärkten spielen’, anerkennt. In einer Reihe von Mitgliedstaaten wurden Tarifabkommen zwischen Arbeitgeberverbänden der Branche und Gewerkschaften abgeschlossen.

Allgemein basieren diese Abkommen auf dem Grundsatz der Gleichbehandlung von Leiharbeitnehmern und dauerhaft Beschäftigten. Auf Zeitarbeit beziehen sich auch das Grünbuch der Kommission für „Ein moderneres Arbeitsrecht für die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts“ und die Mitteilung „Gemeinsame Grundsätze für den Flexicurity-Ansatz herausarbeiten: Mehr und bessere Arbeitsplätze durch Flexibilität und Sicherheit“.

Diese Initiativen haben die portugiesische Präsidentschaft ermutigt, einen weiteren Versuch zur Überwindung des Stillstands zu starten. Am 5. Dezember 2007 werden die Beschäftigungsminister über die Lage der Dinge diskutieren, um eine politischen Einigung zu finden oder zumindest einen Fortschrittsbericht vorzulegen.

Diesmal finden die Minister möglicherweise zu einer Einigung. Das Vereinigte Königreich hat kürzlich seine Bereitschaft signalisiert, seine Meinung zu ändern, wenn dies bedeute, Tarifabkommen auf nationaler Ebene abzuschaffen, den Sektor überall in Europa zu liberalisieren und für Zeitarbeitsagenturen neue Möglichkeiten zu öffnen.

Der britische Arbeitsminister McFadden sagte vor dem britischen Parlament, er sei sehr optimistisch, wenn man in diesen drei Bereichen zu einer Einigung kommen könne. Die Regierung wolle nun eine Einigung über die Richtlinie erreichen.