EU: Waschen und Spülen ohne Phosphate
Künftig sollen die Europäer umweltfreundlicher putzen und spülen. Rat und Parlament haben sich darauf geeinigt, keine Phosphate und weniger sonstige Phosphorverbindungen in Reinigungsmitteln und in Geschirrspülmitteln zuzulassen.
Künftig sollen die Europäer umweltfreundlicher putzen und spülen. Rat und Parlament haben sich darauf geeinigt, keine Phosphate und weniger sonstige Phosphorverbindungen in Reinigungsmitteln und in Geschirrspülmitteln zuzulassen.
Die Mitgliedsländer haben sich diese Woche auf Vorschläge geeinigt, mit denen die Verwendung von Phosphaten und sonstigen Phosphorverbindungen in Reinigungsmitteln und in Geschirrspülmitteln reduziert werden soll.
"Der erzielte Kompromiss wird dazu beitragen, die Eutrophierung von Seen und Meeren (infolge allzu üppigen Algen- und Blaualgenbefalls) beträchtlich einzuschränken", erklärte die polnische Ratspräsidentschaft.
Damit soll die in Abwässern vorhandene Menge an Phosphaten verringert und die Wasserqualität verbessert werden. Phosphatbelastetes Abwasser verschmutzt die Gewässer teilweise so stark, dass sich Algen- und Blaualgen ausbreiten können, was wiederum zu Fischsterben führen kann.
Vorschriften auch für Spülmittel
Ursprünglich hatte die Kommission ein Verbot der Verwendung von Phosphaten und eine Beschränkung von anderen phosphorhaltigen Verbindungen in Haushaltswaschmitteln vorgesehen. Spülmittel für Geschirrspüler waren aus der Verordnung ausdrücklich ausgenommen.
Das Europäische Parlament hatte sich in den vergangenen Monaten dafür eingesetzt, auch Spülmittel in die Verordnung aufzunehmen. Entsprechend feiert das EU-Parlament den nun gefundenen Kompromiss als "Triumph". Er sei erfreut, dass der Rat nach fünf Monaten seinem Vorschlag endlich zugestimmt habe, erklärte Bill Newton Dunn, Berichterstatter im EU-Parlament.
"Als Verbraucher will ich die unschädlichsten Mittel auswählen können. Wenn sichergestellt ist, dass künftig alle Reinigungs- und Waschmittel in den Supermarktregalen nur geringe Mengen an Phosphor beinhalten, dann kommen wir diesem Ziel ein Stück näher", sagte der britische Abgeordnte Dunn.
Nach der nun erzielten Einigung im Rat wird erwartet, dass das Plenum des Parlaments voraussichtlich in der Sitzung vom 13. bis 15. Dezember der Verordnung in erster Lesung zustimmen wird.
Ausnahme für gewerblich genutzte Reinigungsmittel
Reinigungsmittel, die von gewerblichen Nutzern verwendet werden, sind weiterhin von den nun vereinbarten Phosphor-Regelung ausgenommen. Der Grund: "Technisch und wirtschaftlich machbare Alternativen sind noch nicht flächendeckend in der EU erhältlich", heißt es zur Begründung des Kommissionsvorschlags.
EURACTIV
Ein englischsprachiger Beitrag zu diesem Thema erschien auf EURACTIV.com.
Nächste Schritte
13.-15. Dezember: Zustimmung im Plenum erwartet
Links
Polnische Ratspräsidentschaft: Kompromiss bezüglich der Detergenzien (15. November 2011)
Alde: Council agrees to EP proposal to limit phosphorus in consumer dishwasher detergents (15. November 2011)
Kommission: Vorschlag: Keine Phosphate mehr in Waschmitteln (4. November 2010)
Kommission: Verordnung zur Änderung der Verordnung (EG) Nr. 648/2004 in Bezug auf die Verwendung von Phosphaten und anderen Phosphorverbindungen in Haushaltswaschmitteln (November 2010)