EU will mehr junge Menschen zur politischen Partizipation motivieren
Die EU verstärkt ihre Bemühungen zur Förderung des bürgerschaftlichen Engagements und der politischen Partizipation mit einer neuen Initiative, die sich mit ihrem Jugendaktionsplan an junge Menschen in Drittländern richtet.
Die EU verstärkt ihre Bemühungen zur Förderung des bürgerschaftlichen Engagements und der politischen Partizipation mit einer neuen Initiative, die sich mit ihrem Jugendaktionsplan an junge Menschen in Drittländern richtet.
Der Plan wurde erstmals im Oktober von der EU-Kommission vorgestellt, um die Stimme und die Führungsrolle junger Menschen bei der Entscheidungsfindung im Rahmen des auswärtigen Handelns der EU im Zeitraum 2022-2027 zu stärken.
Im November 2022 einigte sich der EU-Rat auf Schlussfolgerungen zu der neuen Initiative und rief die Kommission, den Auswärtigen Dienst der EU und die Mitgliedstaaten dazu auf, „eine sinnvolle Beteiligung und ein sinnvolles Engagement der Jugend in internationalen Foren und auf multilateraler, regionaler, nationaler und lokaler Ebene durchzusetzen.“
Unterrepräsentierte Jugend
Obwohl junge Menschen 16 Prozent der Weltbevölkerung ausmachen, ist ihre Beteiligung an der Entscheidungsfindung nach wie vor relativ gering. Nach Angaben der Kommission sind derzeit nur 1,6 Prozent der Parlamentsabgeordneten weltweit über 20 Jahre alt, und weniger als 12 Prozent sind über 30.
„Wir müssen ein neues Gefühl der Partnerschaft mit jungen Menschen auf der ganzen Welt schaffen“, sagte die für Demokratie zuständige Vizepräsidentin der Kommission, Dubravka Šuica, bei der Vorstellung des Plans, der Teil der EU-Aktivitäten für das Europäische Jahr der Jugend ist.
Der Plan
Der Plan wurde vom Youth Sounding Board, einer Organisation von 25 jungen Menschen aus verschiedenen Regionen der Welt, mitgestaltet und ist eine „Antwort auf die Forderung von Kindern und Jugendlichen nach mehr Partizipation und Integration“, so die Kommissarin.
Ihrer Ansicht nach kann der Plan auch dazu beitragen, den derzeitigen demografischen Wandel zu bewältigen und „Kinder und Jugendliche in der ganzen Welt zu stärken.“
Der Plan der Kommission sieht eine mit 40 Millionen Euro ausgestattete Initiative zur Unterstützung von Jugendorganisationen vor, die sich für Wahlen und demokratische Reformen einsetzen. Darüber hinaus sind 10 Millionen Euro zur Finanzierung von Jugendinitiativen in Partnerländern vorgesehen, die sich auf nachhaltige Entwicklung konzentrieren.
Mehr als ‚Wunschdenken‘
In einer Debatte begrüßten die Abgeordneten den Plan, wiesen aber auch auf Schwierigkeiten bei der Umsetzung in Drittländern hin.
Sabine Verheyen, Vorsitzende des Ausschusses für Kultur und Bildung, betonte, dass der Plan nicht nur auf dem Papier stehen bleiben dürfe.
„Ich möchte eine klare Botschaft senden, dass dieser Plan nicht nur ein Rahmen für Wunschdenken bleiben sollte, sondern dass seine Ideen wirklich vor Ort umgesetzt werden müssen“, sagte Verheyen.
Die für internationale Partnerschaften zuständige Kommissarin Jutta Urpilainen stimmte Verheyen zu, dass der Plan derzeit nur auf dem Papier stehe, fügte aber hinzu, dass die Kommission mit Hilfe der Jugend-Sondierungsausschüsse in den EU-Delegationen daran arbeiten werde, ihn vor Ort in die Tat umzusetzen.“
[Bearbeitet von Nathalie Weatherald]