Euro-Konjunktur zieht an - Arbeitslosigkeit sinkt kaum
Die anziehende Konjunktur in der Euro-Zone kommt nur schleppend am Arbeitsmarkt an. Die Arbeitslosenquote bleibt den vierten Monat in Folge bei 11,8 Prozent.
Die anziehende Konjunktur in der Euro-Zone kommt nur schleppend am Arbeitsmarkt an. Die Arbeitslosenquote bleibt den vierten Monat in Folge bei 11,8 Prozent.
Im März suchten 18,9 Millionen Menschen einen Job, wie die Statistikbehörde Eurostat am Freitag mitteilte. Das waren 22.000 Männer und Frauen weniger als im Februar und 316.000 weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote hingegen blieb den vierten Monat in Folge bei 11,8 Prozent. Damit liegt sie knapp unter dem Rekord von 12,0 Prozent vom September 2013. Die Euro-Wirtschaft wächst derzeit zwar leicht und schüttelt die Rezession peu à peu ab, da es auch in lange kriselnden Ländern wie Spanien und Italien wieder besser läuft. Dies schlägt sich aber meist erst deutlich später auf dem Arbeitsmarkt nieder.
Dabei geben die Konjunktursignale Grund für Optimismus. Allein in der Industrie der Euro-Zone gewinnt der Aufschwung an Breite, wie aus der monatlichen Umfrage des Forschungsinstituts Markit unter 3000 Firmen hervorgeht. Die Betriebe fuhren im April dank steigender Aufträge ihre Produktion hoch und stellten unterm Strich Mitarbeiter ein. Der Einkaufsmanagerindex stieg im Vergleich zum März um 0,4 auf 53,4 Punkte und bleibt damit klar über der Wachstumsschwelle von 50 Zählern. Erstmals seit November 2007 lag das Barometer in allen acht erfassten Staaten über dieser Marke. „Besonders erfreulich ist, dass Länder wie Spanien und Italien nun ein robustes Wachstum verzeichnen“, sagte Markit-Chefvolkswirt Chris Williamson. Frankreich hingegen hinke weiter deutlich hinterher.
In den Krisenländern bleibt die Arbeitslosigkeit allerdings immer noch sehr hoch. Griechenland hält mit einer Quote von 26,7 Prozent (im Januar) die rote Laterne. Ähnlich düster sieht es mit 25,3 Prozent auf dem Jobmarkt in Spanien aus. In Italien liegt die Quote zwar nur halb so hoch bei 12,7 Prozent, bleibt aber nahe dem Rekordniveau. Die – nach einheitlichen Berechnungen – niedrigste Zahl im Euro-Raum meldete Österreich mit 4,9 Prozent. Knapp dahinter liegen Deutschland mit 5,1 Prozent und Luxemburg mit 6,1 Prozent. „Die großen Unterschiede im Währungsraum gehen kaum zurück“, sagte Jonathan Loynes vom Analysehaus Capital Economics.
Hoch bleibt die Arbeitslosigkeit vor allem unter Jugendlichen, die Quote verharrte hier bei 23,7 Prozent. Rund 3,43 Millionen Menschen unter 25 Jahren suchen einen Job – dies sind 10.000 weniger als im Februar und rund 166.000 weniger als vor Jahresfrist. Während die Quote in Deutschland mit knapp acht Prozent am geringsten ist, liegt sie in Griechenland (56,8 Prozent) und Spanien (53,9 Prozent) etwa sieben mal so hoch.