Euro-Krise: Weltbank-Chef fordert deutsche Führungsrolle

Weltbank-Chef Robert Zoellick fordert Deutschland auf, bei der Lösung der Schuldenkrise in der Euro-Zone die Führung zu übernehmen. Kein anderer Staat könne Europa aus der Krise und in den Aufschwung führen.

Weltbank-Präsident Robert Zoellick sieht kein anderes Land als Deutschland, das Europa aus der Krise führen kann. Foto: dpa
Weltbank-Präsident Robert Zoellick sieht kein anderes Land als Deutschland, das Europa aus der Krise führen kann. Foto: dpa

Weltbank-Chef Robert Zoellick fordert Deutschland auf, bei der Lösung der Schuldenkrise in der Euro-Zone die Führung zu übernehmen. Kein anderer Staat könne Europa aus der Krise und in den Aufschwung führen.

Deutschland müsse jetzt die Richtung vorgeben, schrieb Robert Zoellick in einem Gastbeitrag für die US-Ausgabe der "Financial Times" am Dienstag. Kein anderes Land könne Europa aus der Krise und in den Aufschwung führen.

Es sei ermutigend, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel auf einen Fiskalpakt dringe, um eine strengere Haushaltsdisziplin zu gewährleisten. "Merkel weiß, dass während die Deutschen nicht Geld verschwenden wollen, sie ihrer europäischen Identität zutiefst verpflichtet sind und Unterstützung anbieten werden, wenn ihnen ein realisierbarer Plan vorgelegt wird."

Zusammen mit den Spar- und Reformkursen der neuen Regierungen in Spanien und Italien sowie der Unterstützung der Europäischen Zentralbank "hat Frau Merkels neue Richtung die Aussichten verbessert. Aber diese Schritte reichen nicht." Es gebe zahlreiche Risiken.

"Deutschland kann nicht und sollte nicht Länder retten, wenn diese nicht handeln, um sich selbst zu retten", schrieb Zoellick. "Aber es kann Reformern beistehen, um politische Unterstützung aufrecht zu erhalten." Statt widerwillig stückchenweise erst im letzten Moment zu helfen, "sollten Deutschland und seine europäischen Partner Anreize jetzt auf den Tisch legen."

Zoellick räumte allerdings ein, dass es für Deutschland nicht leicht sein werde, die Führung zu übernehmen. Das Land werde oft dazu gedrängt, mehr zu tun, und dann dafür kritisiert, zu aggressiv zu sein.

EURACTIV/rtr/dto

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FT: A blueprint for Germany to save the eurozone (24. Januar 2012)